Oblomow
revisited

frei nach Iwan Gontscharows Roman OBLOMOW •
in einer Überschreibung von Nele Stuhler

Depot 1
URAUFFÜHRUNG:
11. November 2021
Nächste Termine & Tickets
https://www.schauspiel.koeln Schauspiel Köln Schanzenstraße 6-20, 51063 Köln
Do 11 Nov 19.30
Reservierung unter
info@schauspiel.koeln
Im November 2020 sorgte ein Videoclip der Bundesregierung für Aufsehen. Unter dem Hashtag #besonderehelden rief die Politik dazu auf, »faul wie Waschbären« zu sein und die »Couch zur Front« umzufunktionieren. Die Botschaft war klar: Heroisch ist, wer zu Hause bleibt. Geschmacklos oder lustiger Gag? Darüber diskutierte die Öffentlichkeit kontrovers. Das Narrativ der Nein-Sagenden, der Verweigernden oder Untätigen ist in der Literatur häufig anzutreffen, denkt man beispielsweise an Melvilles BARTLEBY, DER SCHREIBER, Thoreaus WALDEN oder Moshfeghs MEIN JAHR DER RUHE UND ENTSPANNUNG.
Auch Iwan Gontscharows Protagonist Oblomow bleibt zu Hause, versinkt im Schlafrock auf dem Diwan in Tagträumen und zeichnet sich durch Nichtstun aus. Der Landadelige nimmt an nichts Anteil. Während sein Gut verwahrlost und Schulden sich mehren, vermögen nicht einmal seine engsten Bekannten Stolz, Sachar oder Olga ihn zu motivieren. Eine ganze Lebenshaltung, die »Oblomowerei«, wurde nach Erscheinen des Romans 1859 zum Inbegriff des gelangweilten Müßiggangs. Nach dem Erfolgsstück EINES LANGEN TAGES REISE IN DIE NACHT kehrt Luk Perceval mit diesem Stoff nach Köln zurück, der in Zeiten des überschnellen Tempos durchaus eine neue Lesart bietet.

Auf einem eigenen Blog begleitet das Team den Probenprozess, um sichtbar zu machen, wie eine Theaterinszenierung entsteht.
Kostüme: Ilse Vandenbussche
Licht: Jan Steinfatt
Interaktives Storytelling: Roman Senkl
Dramaturgie: Lea Goebel
Medienpartner