Eines langen Tages
Reise in die Nacht

Foto: Krafft Angerer
von Eugene O'Neill
Depot 1
DAUER:
Dauer: 3 STD • EINE PAUSE
Premiere am 15. November 2019
Trailer
Astrid Meyerfeldt ist für ihre Rolle der Mary Tyrone für den Faust-Preis 2020 nominiert.
Auf den ersten Blick ist das mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnete Drama über den Verfall einer Familie ein Abgesang auf den amerikanischen Traum. Am Ende eines Tages, wenn die Nacht längst angebrochen ist, Alkohol und Morphium die Gemüter ergriffen haben, der Rausch einem quälenden Kater weicht, sitzen vier versehrte Menschen traurig versunken im Salon: Der Vater ein ehemaliger Schauspieler, nun Grundstücksspekulant, die Mutter morphiumsüchtig, der ältere Sohn ein gescheiterter Schauspieler, der jüngere schwindsüchtig. Eine bessere Welt, ein erfülltes Leben scheint aussichtslos und kann nur im Rausch herbeifantasiert werden. Doch das Leben selbst straft diesen Eindruck Lügen. Auch Eugene O’Neills eigene Zukunftsprognose sah nicht gut aus. Er ist aufgewachsen in ähnlich prekären Verhältnissen wie seine Protagonist*innen, als junger Mensch erkrankte er an Tuberkulose, als er vom College flog, reiste er ziellos durch die Welt, bis er obdachlos erst am Strand von Buenos Aires und schließlich am Hafen von Liverpool lebte. Dass er mit dem Nobelpreis und viermal mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetwerden würde, schien undenkbar.
An einem einzigen heißen Sommertag offenbaren sich die Abgründe der Familie Tyrone. Verschlungen in gegenseitigen Schuldzuweisungen,Verachtung und gleichzeitiger Zuneigung füreinander, scheint nur Edmund, der jüngere Sohn, die Chance auf eine Zukunft zu haben. Er kann erste kleine Erfolge mit seinen Gedichten und Texten verzeichnen. Die Literatur und Kunst als Zukunftstraum, der zumindest für O‘Neill selbst Wirklichkeit wurde.

Der belgische Ausnahmeregisseur Luk Perceval, der in der Spielzeit 2018/19 mit Black / The Sorrows of Belgium I: Congo zu Gast war, feiert mit EINES LANGEN TAGES REISE IN DIE NACHT seine erste Premiere am Schauspiel Köln.


Licht-Design: Mark van Denesse
Musikalische und akustische Beratung: Karsten Süßmilch
Dramaturgie: Lea Goebel
Besetzung
André Jung
James Tyrone
Astrid Meyerfeldt
Mary Tyrone
Maria Shulga
Cathleen