Früchte des Zorns

von John Steinbeck
Depot 2
Premiere:
19. Dezember 2020
Vom Tellerwäscher zum Millionär. So lautet die Versprechung, die in den Vereinigten Staaten zur Geisteshaltung »des Einwanderungslandes par excellence« geworden ist. Der American Dream ist greifbar nah und wer sich genug anstrengt und hart arbeitet, den/die erwartet ein glänzendes Leben. Doch insbesondere in Krisenzeiten offenbaren sich die Löcher im Narrativ des sozialen Aufstiegs. Als das Corona-Virus mit erschütternder Stärke die Vereinigten Staaten erreichte, waren es erneut die sozial Schwachen, die an die Folgen der Krise litten. Millionen Menschen verloren ihren Job und die Wirtschaftsdepression war kaum mehr zu stoppen. Die meisten, die dem Virus erlagen, kamen aus zumeist strukturell benachteiligten afroamerikanischen Communities. Das Gerede vom »großartigsten Land der Menschheitsgeschichte« entlarvte sich in der Krise als Mythos.
Die Dekonstruktion des amerikanischen Traums und des sog. »Goldenen Westens« steht im Mittelpunkt des mit dem Pulitzerpreis gekrönten Romans FRÜCHTE DES ZORNS. John Steinbeck erzählt darin die Geschichte der Farmerfamilie Joad aus Oklahoma, die nach Jahren der Dürre ihr altes Leben aufgibt und sich mit anderen auf die Reise entlang der Route 66 macht. Ihr Ziel: Kalifornien. Doch der Californian Dream rückt in immer weitere Ferne, als die Migrierenden im Westen bloß auf Schwindler, Ausbeutung und Ausgrenzung stoßen.

Ein Stoff der Stunde, der die Zusammenhänge zwischen Wirtschaftskrise, den Migrationsbewegung und dem Klimawandel aufdeckt. Nach DIE REISE DER VERLORENEN widmet sich Hausregisseur Rafael Sanchez erneut einer starken und bewegenden Migrationsgeschichte.