Parzival

von Wolfram von Eschenbach
Besetzung
Ither von Gahecice / Gawan
Nikolaus Benda
Gahmuret von Anjou / König Artus / Clamidé / Fairefis
Stefko Hanushevsky
Parzival
Die Histoire / Carnac-Carnant / Keye / Gournemans / Schionatulander
Gerrit Jansen
Herzeloyde / Conduiramour / Cundrie
Melanie Kretschmann
Belance / Orilus / Anfortas / Trevrizent
Jörg Ratjen
Jeschute / Sigune / Cunneware / Orgelleuse
Annika Schilling
Regie
Bühne
Simeon Meier
Kostüme
Esther Geremus
Musik
Choreografie / Körperarbeit
Licht
Bernd Purkrabek
Dramaturgie
Kommentare
08.03.2015 11:41
Manfred W. Günther schrieb zum StückParzival
Warum so häufig „episches Theater“? - Es funktioniert selten (Ausnahme: „Genesis“!). Die Schauspieler spielen nicht wirklich miteinander. Sie erzählen, reden in der 3. Person und liefern Stichworte mit Doppelpunkt. Der Einsatz von Nebel, Farbbeuteln und Windmaschinen, das war ja alles ganz nett, aber nicht der große Wurf. Um es überspitzt zu sagen: Man könnte sich als noch größere Herausforderung für einen Regisseur auch Fragen, wie wäre es, den Inhalt des Kölner-Stadt-Anzeigers z.B. von gestern, auf die Bühne zu bringen? Irgendwie wird das schon gehen. Wäre sicherlich erstmalig, ganz modern und auch politisch hoch aktuell. - Ich kann aber mit hoher Wahrscheinlichkeit voraussagen, was die Leute dazu sagen würden: Da lese ich doch lieber die Zeitung. - Mehr Mut zum originären Drama!
11.02.2015 13:28
Judith Keith schrieb zum StückParzival
Wie inszeniert man ein gigantisches Ritterepos auf der Theaterbühne? Eine Geschichte die im Original ein Versroman ist und uns mit ihrer mittelalterlichen Szenerie heute völlig fremd erscheint? Stefan Bachmann hat es vorgemacht!
Denn anstatt Männer in Rüstungen, das Taschentuch der Herzdame in der Tasche, mit Schwertern aufeinander los reiten zu lassen und hilflose Frauen in steinernen Burgen einzusperren, konzentriert sich Bachmann in seiner Inszenierung auf den eigentlichen Kern von PARZIVAL. Wie entsteht ein Mensch? Das ist es, worum es letztendlich geht.
Eine tiefe psychologische Thematik, die hier durch das Bühnenbild und die herausragende Spielweise der Schauspieler präzise aus seiner Hülle – der abenteuerlichen Rittergeschichte nämlich – freigestellt wird.
Großartig wie Melanie Kretschmann mit nur kleinen Gesten den Trennungsschmerz der Mutter Herzeloyde darstellt, sodass wir ihn wirklich nachempfinden können; wie Marek Harloff uns den jungen Parzival mit all seiner Naivität zeigt und ihn auf seinem Weg zum erwachsenen Mann reifen lässt. Man erkennt genau, womit sich dieser kleine unfertige Mensch herumschlägt, was ihn in seinen Entscheidungen antreibt, was ihn von außen beeinflusst und ihn schließlich zu einem fertigen Menschen werden lässt. Das Bühnenbild unterstützt das Spiel in dem es dem Zuschauer das Heranwachsen Parzivals bildlich vor Augen führt. Der sichtbare Ausschnitt des schwarzen Kastens wird immer breiter, je weiter sich Parzival entwickelt. Schlicht und dadurch sehr eindrücklich.
Trotz aller Ernsthaftigkeit, gewährt die Inszenierung aber auch einen ironischen Blick auf das Geschehen (die wütende Cundrie, der furiose Ritt auf dem Litmarveile). Der Zuschauer wir immer wieder aufgerüttelt, um nicht nur zu beobachten, sondern auch zu hinterfragen, was er da sieht. Ist die Entwicklung des Toren zum König vielleicht doch zu romantisch angelegt? Kann Parzival für den Menschen im einzelnen stehen? Lernen wir alle aus unseren Fehlern oder machen wir uns doch viel häufiger nur lächerlich, anstatt uns weiterzuentwickeln?
Durch alle Komponenten entsteht eine kluge und äußerst gelungene Inszenierung, die viel Gesprächs- und Gedankenstoff bietet. Bachmann und sein Ensemble bringen Parzivals Essenz gekonnt auf den Punkt! Vielen Dank für einen bereichernden Abend!
08.02.2015 19:40
Markus Schmid schrieb zum StückParzival
Erneut entmannt Stefan Bachmann sein Stück. Bereits beim "Kaufmann von Venedig" hatte Bachmann sich entschieden, die Auseinandersetzung mit der Dramatik des Stücks zu vermeiden und statt dessen darauf gesetzt, sein Publikum durch Klamauk zu gewinnen. Beim "Parzival" schien es dann zunächst, als ob Bachmann Vertrauen in die Fähigkeiten der Kölner gewonnen hätte und sich vorstellen könnte, dass diese auch die großen Menschheitsthemen verkraften könnten: Mit großer Präzision fasst er die zugrunde liegende Geschichte zusammen und bereitet die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit dem Stoff vor. Doch dann scheint ihn der Mut verlassen zu haben. Nachdem er zunächst souverän die Möglichkeiten des sehr gelungenen Bühnenbildes nutzt, um einen Brückenschlag zwischen "Mittelalter" und "Neuzeit" zu gestalten verliert er sich überraschend in erneuter klamaukhafter Übertreibung und schadet damit dem Stück, der darin enthaltenen Thematik und nicht zuletzt den sehr gut agierenden SchauspielerInnen.
Twitter

Weitere Stücke

Pop nicht Volk

Eine Live-Radio-Sendung

Schnee Weiss

(Die Erfindung der alten Leier)
von Elfriede Jelinek

Schöne Neue Welt

von Aldous Huxley

Vögel

von Wajdi Mouawad

Gegen den Hass

in einer Theaterfassung von Thomas Jonigk • nach dem gleichnamigen Buch von Carolin Emcke

How to date a feminist

von Samantha Ellis

Unter vier Augen

Ein Gespräch mit Jakob Augstein, Verleger und Chefredakteur der Wochenzeitung »der Freitag« und Gästen

Erich Hackl & Lucia Heilman

Literaturhaus Köln e.V. und Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Kooperation mit Schauspiel Köln

Kinder der Nacht

nach dem Roman LES ENFANTS TERRIBLES von Jean Cocteau

Die Räuber

von Friedrich Schiller mit einem Monolog über die Freiheit von Carolin Emcke
Erobique & Palminger präsentieren:

YVON IM KREIS DER LIEBE

Die schmutzigen Hände

von Jean-Paul Sartre

Die Reise der Verlorenen

Schauspiel von Daniel Kehlmann

Rückkehr nach Reims

nach dem gleichnamigen Roman von Didier Eribon

Crossing Borders

Literaturfestival stimmen afrikas / Allerweltshaus Köln • Liebe & Leidenschaft in sieben Sprachen

Die Krimi-Komplizen und die fliegende Untertasse

Einrichtung/Text/Lesung: Felix Strüven

Pardon wird nicht gegeben

nach dem Roman von Alfred Döblin

Herero_Nama

A History of Violence
Ein Projekt von Nuran David Calis

Romeo und Julia

von William Shakespeare

La Veronal

Pasionaria

New Ocean

(the natch'l blues)
von Richard Siegal / Ballet of Difference am Schauspiel Köln

Ein Buch für die Stadt

»Lügnerin« von Ayelet Gundar-Goshen

Nederlands Dans Theater 2

Wir sagen uns Dunkles | Simple Things | mutual comfort | Sad Case

Akram Khan Company

Outwitting the Devil

tanzmainz

Soul Chain

Wilhelm Tell

von Friedrich Schiller

Nora

von Henrik Ibsen

Der endlose Sommer

von Madame Nielsen

Wonderland Ave.

von Sibylle Berg

Tyll

nach dem Roman von Daniel Kehlmann

Metric Dozen / Made for Walking / Neukreation

von Richard Siegal / Ballet of Difference am Schauspiel Köln

Die Verdammten

(La Caduta Degli Dei)
nach dem gleichnamigen Film von Luchino Visconti

Die Jungfrau von Orleans

von Friedrich Schiller        

Medea

nach Hans Henny Jahnn

Eine Frau bei 1000°

basierend auf dem gleichnamigen Roman von Hallgrímur Helgason

Liedgut / Neukreation

von Richard Siegal / Ballet of Difference am Schauspiel Köln

Das Werkzeug des Herrn

von Lukas Bärfuss        

Wir wollen Plankton sein

von Julian Pörksen      

Hit me Baby!

Die größten und neuesten Hits der letzten 400 Jahre

Der Wilde

nach dem Roman von Guillermo Arriaga

Draussen vor der Tür

von Wolfgang Borchert

Bomb

von Maya Arad Yasur

Faust I

von Johann Wolfgang von Goethe

Endspiel

von Samuel Beckett

Utopolis

von Rimini Protokoll (Haug/Kaegi/Wetzel)

Verhaftung in Granada

von Doğan Akhanlı

Aus dem bürgerlichen Heldenleben

nach Carl Sternheims »Die Hose«, »Der Snob«, »1913«, »Das Fossil« sowie dem Roman »Europa« 

Bewohner

Ein Stück vom Leben mit Demenz
nach den Aufzeichnungen von Christoph Held
OK
Zur Bereitstellung der Funktionen sowie zur Optimierung der Webseite verwenden wir Cookies. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.