Phaedra

frei nach Seneca und Racine • in einer Überschreibung von Thomas Jonigk
Schauspiel
Depot 1
Uraufführung:
25. November 2022
Termine & Tickets
https://www.schauspiel.koeln Schauspiel Köln Schanzenstraße 6-20, 51063 Köln
Fr 25 Nov
Vorverkaufsstart 05 OKT 2022
Das Schicksal Phaedras ist in Stein gemeißelt. Seit der alte griechische Mythos existiert, wird dieser bis in die Jetztzeit weitergetragen: Euripides, Ovid, Seneca und Jean Racine sind nur einige Schriftsteller, die den Stoff verarbeiteten, zudem gibt es Opern, Filme, Fresken oder Sarkophage, die sich mit der Geschichte befassen, Das Ende bleibt dabei meist dasselbe: Phaedra begeht Selbstmord. Sie kann die Schmach nicht ertragen, bei ihrem Stiefsohn auf unerwiderte Liebe zu stoßen. Auch ihre engste Vertraute, Oenone, stirbt im Laufe des Stücks: Sie wollte ihre Herrin schützen und setzt das Gerücht in die Welt, Hippolytos, der Sohn von Phaedras Ehemann, hätte der liebeskranken Königsgattin nachgestellt. Der König hält zu seiner Frau, was hier gleichbedeutend ist mit dem Tod des eigenen Sohnes.

In einer Überschreibung für das Schauspiel Köln lässt der Autor Thomas Jonigk Phaedra nun um ihr unentrinnbares Schicksal wissen. Sie, wie auch alle andere Figuren, sind sich dem Verlauf der Geschichte bewusst – können ihr jedoch nicht entrinnen. Die Rollenzuschreibungen sind seit Jahrtausenden fix und maximal verbal verhandel- und veränderbar. Die Realität jedoch ist nicht ausschließlich Sprachdiskurs. So reflektiert das Personal über Liebe, Familie, Rollenbilder, das Patriarchat und entscheidet schließlich doch, den alt- bekannten Weg zu gehen: Phaedra begeht Selbstmord. Denn so ist es geschrieben.
Regie & Bühne: Ersan Mondtag
Kostüme: Teresa Vergho
Dramaturgie: Sarah Lorenz