Literarischer Salon


Lesung & Gespräch
In der Stadt
Seit 14 Jahren laden Guy Helminger und Navid Kermani Schriftsteller, für die sie sich begeistern, in ihren Literarischen Salon in den Kölner Stadtgarten ein. Der Gast liest aus seinen eigenen Büchern, bringt aber auch Texte mit, die ihm besonders wichtig sind. Nach der Pause präsentiert er, was ihn sonst noch bewegt: Platten, Bilder, Videos oder was Schriftsteller sonst alles verhandeln, wenn Lesungen eigentlich schon zuende sind.
16 DEZ • Eduardo Halfon • es liest: Sabine Waibel
Als Sohn von Holocaust-Überlebenden 1971 in Guetamala geboren, schreibt Eduardo Halfon in allen seinen Büchern über die Vergangenheit, die auch in Deutschland nie bewältigt sein wird. Oft denkt man, jedes Kapitel eines Romans sei eine eigenständige Kurzgeschichte und zugleich jedes Buch ein Kapitel in einem einzigen großen Lebensroman, der zwischen historischem Schrecken und phantastischer Poesie oszilliert. Als „witzig und wahrhaftig, frech und klug, erotisch und melancholisch“ beschrieb die Neue Zürcher Zeitung Halfons Werk, das alles enthalte, „was Literatur spannend macht“. Nun ist sein jüngster Roman „Das Duell“ auf Deutsch erschienen, der von der internationalen Kritik gefeiert wird. Und nach der Lektüre freuen wir uns umso mehr auf die gegenwärtig wohl aufregendste Stimme der lateinamerikanischen Gegenwartsliteratur.
13 JAN • Deniz Ohde
Eine eigene Sprache zu finden ist womöglich das Schwierigste für Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Denn die finden sie in keinem anderen Buch, lernen sie an keiner Schreibschule, die eigene Sprache haben sie irgendwo in sich selbst oder haben sie nicht. Deshalb sind manche Romane heute so austauschbar, so unterschiedlich ihre Themen sind. Und deshalb ist das Debüt von Deniz Ohde vom ersten Satz an ein Ereignis. Ausgrenzung, Bildungsungerechtigkeit, Patriarchat, Migration, modernes Prekariat – so oft hat man schon davon gelesen, und dann liest man „Streulicht“, und es ist, als wär’s noch nie erzählt worden, so feinsinnig, so differenziert, bis in die hintersten Winkel der Erfahrung ausgeleuchtet, und wahrhaftig, wie es nur großer Literatur gelingt. Zu Recht hat die junge Frankfurterin, die heute in Leipzig lebt, im vergangenen Jahr praktisch alle Preise erhalten, die für ein Debüt überhaupt möglich sind, und stand mit „Streulicht“ auch auf der Short-List für den deutschen Buchpreis.
Eine Veranstaltungsreihe der Initiative Kölner Jazz Haus e.V. und des Literaturhaus Köln und der Kunsthochschule für Medien Köln • Gefördert von dem Kulturamt der Stadt Köln und der Heinrich Böll Stiftung • Unterstützt von der Augenklinik am Neumarkt • In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Klaus Bittner und dem Schauspiel Köln • Medienpartner: Kölner Stadtanzeiger, Stadtrevue
Konzeption und Gastgeber: Guy Helminger, Navid Kermani
Koordination: Thomas Empl
Initiator: Jürgen Nordt
Es lesen: Schauspieler*innen des Schauspiel Köln