Fräulein Else
Termine
FRÄULEIN ELSE ist eingeladen zum 63. Berliner Theatertreffen.
Bei der Nestroy-Verleihung 2025 wurde Julia Riedler als „Beste Schauspielerin“ und Leonie Böhm für die „Beste Regie“ ausgezeichnet.
Auch 100 Jahre nach der Veröffentlichung hat Arthur Schnitzlers Novelle FRÄULEIN ELSE nichts an Sprengkraft verloren: Die junge Else T. soll während ihrer Sommerfrische auf Bitten der Eltern den Kunsthändler Dorsday um dringend benötigtes Geld bitten – der einzige Ausweg, um ihren verschuldeten Vater vor dem Gefängnis und die Familie vor der sozialen Ächtung zu bewahren. Dorsday erkennt die Ausweglosigkeit von Elses Situation und nutzt sie für ein düsteres Spiel: Er werde die Schuldensumme erst überweisen, wenn er sie eine Viertelstunde lang nackt betrachten darf … Regisseurin Leonie Böhm entwirft Schnitzlers Novelle, die konsequent aus der Innensicht Elses erzählt ist, als Solo mit der Schauspielerin Julia Riedler. Die beiden denken Elses Bewusstseinsstrom über Machtmissbrauch und die Kommodifizierung weiblicher Körper konsequent im Hier und Heute weiter. Die Tageszeitung Der Standard berichtete nach der Premiere von einem „Triumph“, die Nachrichtenagentur APA sprach von „einem herrlichen Balanceakt zwischen Verzweiflung, Nachdenklichkeit, Trotz und einer gehörigen Portion Witz. FRÄULEIN ELSE ist beste Unterhaltung, die den ernsten Kern niemals aus den Augen verliert. Besser als Böhm und Riedler muss man es erst einmal machen.“ Und so überrascht es nicht, dass Julia Riedler für ihre Darstellung der Else von Theater heute zur Schauspielerin des Jahres 2025 gekürt wurde.
- Regie Leonie Böhm
- Bühne & Kostüme Belle Santos
- Ton Oliver Foth und Oliver Bersin
- Lightdesign Ines Wessely
- Dramaturgie Lennart Göbel und Matthias Seier
- Co-Dramaturgie Vorproben Helena Eckert
- Mit Julia Riedler
Wie schon in Wien eroberte Riedler auch das Kölner Publikum im Sturm. Elses Gedankenstrom, ihr innerer Monolog, entfaltet bereits in Schnitzlers Novelle eine ungeheure Wucht, aber diese Bühnenfassung überrollt das Publikum nahezu.
Eine temporeiche Inszenierung, die Unterhaltung geschickt mit substanziellen Fragen zu gesellschaftlichen Machtverhältnissen stellt.
Elses Gedankenstrom, in den Julia Riedler ihr Publikum zieht, ist so heutig, wie es nur geht. Das liegt an ihrer Präsenz, ihrer Spielfreude, ihrer Fähigkeit, Schnitzlers Worte und ihre Improvisationen nahtlos ineinander zu verweben.
Eine mitreißende Darstellerin, die scharfzüngig agiert, ausgezeichnet als Beste Schauspielerin in Österreich und Deutschland, das kann kein Fehler sein.
Ein grandioser Abend.
Eine moderne MeToo-Erzählung, der man sich nicht entziehen kann.
Mit einer Bewegung erhoben sich alle zum begeisterten Schlussapplaus, denn hier konnte es nur noch eine Meinung geben.