Die Holländerinnen
Das Verschwinden zweier Rucksacktouristinnen aus Holland, die von einer Wanderung ins Dickicht des panamaischen Regenwaldes nicht mehr zurückkehrten, fasziniert den erfolgreichen Theatermacher. In seinem neuen Projekt geht es ihm um die Rekonstruktion des tragischen Falls. Nur die Handys der jungen Frauen seien gefunden worden, auf denen die letzten verzweifelten Anrufe und eine Reihe kaum verständlicher Fotos gesichert worden seien. Durch Wiederholung und Nachbildung möchte er sich dieser seltsamen Geschichte nähern, die „Dinge am eigenen Leib erfahren“, den Holländerinnen mit seinem Theaterkollektiv hinterherreisen, am liebsten gemeinsam mit ihr, der berühmten Schriftstellerin. Als Chronistin! So wird auch sie Teil des Experiments, das in der Wildnis des Dschungels zu scheitern droht, weil die Theatertruppe auch dann noch weiter sucht, wenn die Exkursion gefährlich wird, im strömenden Regen und in tiefster Dunkelheit, während die Schreie unbekannter Tiere lauter werden, das abwesende Unsichtbare näher zu rücken beginnt und sich das Sichtbare, Greifbare, sprachlich Fassbare zunehmend zu entziehen droht. Die Regisseurin Laura N. Junghanns inszeniert erstmals am Schauspiel Köln und bringt Dorothee Elmingers Meisterwerk als Trip durch die Wildnis unserer eigenen Seelen auf die Bühne.