Einige Nachrichten an das All
Was ist die Handlung des Stücks? Das fragen sich Lum und Purl Schweitzke, zwei Figuren, die selbst in dem Werk vorkommen, über das sie sprechen. Wie Becketts Godot-Figuren wollen sie es mit dem Schicksal aufnehmen. Hoffnungsvoll erkundigen sie sich, ob der Autor dieses Stücks ein Kind für sie vorgesehen hat. Das würde ihrem Dasein Sinn verleihen. Vielleicht könnte hier der Leiter des Fortgangs vermitteln? Der wiederum streift durch das Bühnengeschehen und verwandelt Begegnungen in Nachrichten, die er dann über eine technische Apparatur ins All funkt. Sie sollen etwas über das Leben vermitteln. Etwas Essenzielles. Beständiges. Nicht den üblichen Weltraumschrott. Und schon erobern weitere Sinnsuchende die Bühne: ein alleinerziehender Vater, seine tote Tochter Hilde, eine Trash-Talkshow-Gästin, der Botaniker Rafinesque, ein Politiker und sogar Heinrich von Kleist. Wolfram Lotz hat einen tragikomischen Figurenreigen geschrieben, in dem sich die Regeln des klassischen Dramas auflösen und Raum und Zeit durcheinander geraten. Denn: „Wir befinden uns in einer Explosion, ihr Ficker!“ Das vorgeschriebene Schicksal bleibt trotzdem gnadenlos. Niemand bekommt hier ein Kind, wenn der Autor es nicht vorsieht. Schmerz und Absurdität verzweigen sich in Lotz‘ Figuren so humorvoll wie tragisch, und die Vergänglichkeit ist allgegenwärtig. Gespielt von den Schauspielstudierenden des STUDIO SPL KLN.