Fatigue
Eine Koproduktion mit Studio Trafique, Köln
ME/CFS ist keine seltene Erkrankung. Aktuellen Schätzungen zufolge sind in Deutschland circa 650.000 Menschen an ME/CFS erkrankt. Tendenz steigend. FATIGUE lässt die tiefgreifenden Auswirkungen chronischer Erschöpfungszustände wie Long COVID und ME/CFS sicht- und spürbar werden. Wie die Opfer eines Grubenunglücks ringen die von Isolation betroffenen Menschen um Luft, Licht und die Hoffnung auf Rettung. In der Inszenierung dreht sich alles um den Moment des existenziellen Bruchs mit der gewohnten Normalität, der die Betroffenen mit der eigenen Fragilität und unser aller Abhängigkeit von solidarischen Gemeinschaften konfrontiert. Um sich aus dem Zustand der permanenten Überforderung zu befreien, setzt eine bisher unbekannte Suche nach Sinn ein, die zwar erneut Kraft kostet, aber ebenso revolutionäres Potential enthält: Erst, wenn die Veränderung des eigenen Lebens notwendig wird, tritt auch die Dysfunktionalität der scheinbar funktionierenden Gesellschaft offen zutage. Die Aufführung findet simultan an zwei unterschiedlichen Spielorten statt, die durch Technologie miteinander verbunden sind. Diese technologische Brücke ermöglicht eine einzigartige Zuschauererfahrung, bei der die Trennung der Räume die innere Zerrissenheit und die äußere Isolation der Charaktere verstärkt. Das Publikum wird Zeuge einer geteilten Realität, in der die Grenzen zwischen Bühne und Bildschirm, zwischen Anwesenheit und Abwesenheit verschwimmen.