Kammerspiele #2 Demenz | Andante
Andante ist ein Begriff aus der Musik, der ein ruhiges, mäßiges Tempo beschreibt, etwa Schritttempo. Wörtlich bedeutet er „gehend“. ANDANTE spielt in einem Pflegeheim, im letzten denkbaren Raum. Eine Gruppe von Menschen wurde hier zusammengebracht. Sie haben sich gegenseitig nicht ausgesucht und richten sich immer noch nach vergangenen Hierarchien. Alte Gestalten wie Skulpturen, so alt, dass sie fast nicht mehr als Mann oder Frau zu identifizieren sind. Es gibt kaum noch Form, geschweige denn Zeit. Nur noch fortschreitendes Altern, schleichende Demenz und plötzlichen Tod. Die Figuren reden vor sich hin, miteinander und zu sich selbst. „Es beginnt realistisch, endet aber in einem Albtraum“, sagte der Dramatiker Lars Norén über sein Stück, dessen Uraufführung er selbst inszeniert hat. Markus Öhrn, mehrfach ausgezeichneter schwedischer Künstler und Regisseur, ist bekannt für seine ungewöhnliche Theaterästhetik: Die Darstellerinnen tragen Masken, ihre Stimmen werden verfremdet, ihre Bewegungen sind verlangsamt. In seiner auf fünf Spielzeiten angelegten Reihe von Kammerspielen in sechs Episoden (Eifersucht | Demenz | Familie | Liebe | Krankheit | Tod) ist Teil #2, ANDANTE, ein seltsamer Zwitter aus menschlicher Leidenschaft und Lebensmüdigkeit.