Lass uns miteinander reden
Wir schreiben das Jahr 1970 und eine pikante Radioshow sorgt für Furore. Juliane ist 14, und sie moderiert das erste Hörerforum in der Geschichte der Bundesrepublik: „Lass uns miteinander reden“. Denn Juliane ist ausgesprochen pfiffig und um keine Antwort verlegen, wenn Teens und Tweens anrufen, für die das Größerwerden gerade kein Zuckerschlecken ist. Frei von der Leber weg findet sie dort Lösungen, wo die Anrufenden mit ihrem Latein am Ende sind. Dabei werden ihre Antworten gern auch mal dahergeträllert. Und weil die Fragen durchaus delikat werden können, hat der Rundfunkrat ihr einen echten Brocken Lebenserfahrung zur Seite gestellt: Pater Leppich, der katholische Geistliche, besser bekannt unter dem Namen „Das Maschinengewehr Gottes“. Mit väterlicher Geduld und missionarischem Eifer hat der Gelehrte stets einen gutgemeinten Rat auf den Lippen. So findet sich ein Duo, das sich den Herausforderungen der Adoleszenz als absurdes Amalgam aus Popsong und Predigt entgegenstellt. Zehn Jahre nach seiner letzten Theaterarbeit kehrt der Kultregisseur Wenzel Storch mit einer einzigartig bizarren wie bissigen Uraufführung auf die Bühne zurück. Eine Sendung über Glaube, Zweifel und die große Sehnsucht, verstanden zu werden — irgendwo zwischen Dr. Sommer und bundesrepublikanischem Kuriositätenkabinett.