Zu Hause ist es am schönsten, sagte die linke Hand und hielt sich an der Heizung fest
Alle wollen los! Die Augen freuen sich auf den Nil, die Ohren auf Jazz in Addis Abeba, die Nase auf Gewürze vom Markt in Timbuktu, der Mund aufs Lachen, die Beine auf den Kilimandscharo. Doch eine will nicht: die linke Hand. Sie klammert sich an die Heizung und plötzlich gerät der ganze Körper in Streit. Navid Kermanis poetische und komische Geschichte spürt der Ambivalenz der Reiselust nach: Augen, Bauch, Herz, Popo, Beine und Hände haben ihre eigenen Wünsche, Ängste und Argumente — und nicht immer ziehen sie in dieselbe Richtung. Die Regisseurin Serina Wieser nimmt den Faden auf und lässt den Körper als das erscheinen, was er ist: Ein vielstimmiges Gebilde, an dem widersprüchliche Gefühle nebeneinander existieren. Aufbruch und Bleibenwollen, Mut und Vorsicht, Neugier und Zweifel. Was passiert, wenn all diese Stimmen gleichzeitig sprechen? Wie verhandelt man Kompromisse mit sich selbst? Und wie hört man eigentlich auf den eigenen Körper? Zwischen Bewegung, Rhythmus und Spiel entfaltet sich eine poetische Reise durch innere Landschaften — ein liebevoller Blick auf den Körper und ein Hoch auf ambivalente Gefühle.