Berlin Alexanderplatz
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Leben! Das will Franz Biberkopf. Orientierungslos taumelt er durch eine Metropole, die ihn verschlingt. Zwischen Kneipengelagen und Stadtstreifzügen träumt der Gewalttaten an Frauen begehende Biberkopf von Dominanz, von Selbstermächtigung und vom großen Geschäft. Er gerät in sexuelle Abenteuer, Kleinkriminalität und in eine diabolische Abhängigkeit zum Ganoven Reinhold. Machtkämpfe, Selbstüberschätzung und Gewalt kosten ihn seinen rechten Arm – und schließlich seiner Geliebten Mieze das Leben.
Durch expressive Sprache und Montagen von Werbeslogans bis Bibelzitaten schafft Alfred Döblin mit seinem Großstadtroman BERLIN ALEXANDERPLATZ eine literarische Entsprechung für eine immer komplexer werdende Welt. Die Überforderung des Menschen in Zeiten des Umbruchs und ständiger Reizüberflutung wird auf dem Schauplatz der Metropole Berlin spürbar.
Die Inszenierung von Hermann Schmidt-Rahmer erweitert den dauerrauschenden Stadtraum um die heutige Weltmetropole der Datenverkehrsströme: die digitale Netzwelt. Auch in diesem Kosmos hat ein patriarchales, menschenfeindliches, misogynes Klima Hochkonjunktur. Und auch hier ist es Franz Biberkopf nicht möglich, die zahllosen Bausteine seiner Wahrnehmung in sinnhafte Weltbilder und Handlungen umzuwandeln. Trunken von Größenwahn, Selbstmitleid und dem Glitzern der Stadt, trotzt Franz Biberkopf jedem seiner Abstürze mit schnoddrigen Posen, mit den immer gleichen toxischen Verhaltensmustern – bis ihm der Tod schließlich die Augen öffnet.
- Regie Hermann Schmidt-Rahmer
- Bühne Pia Maria Mackert
- Kostüm Michael Sieberock-Serafimowitsch
- Videoart Mario Simon
- Lightdesign Jürgen Kapitein
- Ton Frank-Keno Mustroph
- Dramaturgie Wiebke Rüter
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Ein bildgewaltiger Abend.
Ein erstklassiges Ensemble macht den szenischen Entwurf zum Erfolg.
Ein Fest für die Augen.
Das Ensemble agiert im atemberaubenden, atemlosen Stakkato, irgendwo zwischen Rap und Gosse, zwischen Klubkultur und Halbwelt.
Ein rasantes und riskantes Theaterexperiment.
Zwei pausenlose Stunden Theater.
Mit einem überbordenden Furor katapultiert Regisseur Hermann Schmidt-Rahmer Alfred Döblins fast 100 Jahre alten Klassiker BERLIN ALEXANDERPLATZ [...] in die Gegenwart.
Hier geht es [...] um unser Leben.
Auf die optisch herausfordernde Eingangssequenz folgen viele weitere ästhetisch und handwerklich überraschende Szenen. Pia Maria Mackert (Bühne), Michael Sieberock-Serafimowitsch (Kostüme), Jürgen Kapitein (Licht) und vor allem Mario Simon (Videoart) liefern aus ihren jeweiligen Bereichen so viele kreative Beiträge, dass man fast erschlagen wird.