Die Orestie
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Der berühmteste Mord in der griechischen Tragödie findet in einer Badewanne statt. Klytaimnestra, Königin von Argos, erschlägt ihren Mann Agamemnon nach seiner siegreichen Rückkehr aus dem Krieg gegen Troja – aus Rache, weil er ihre Tochter Iphigenie für günstige Winde geopfert hat. Aber Klytaimnestras Triumph währt nicht lang. Orest, ihr eigener Sohn, durchbohrt sie mit dem Schwert, um den Tod Agamemnons zu sühnen. Von nun an wird Orest von den Erinnyen gejagt, Rachegeister, die ihm aus dem Tempel in Delphi bis nach Athen folgen. Dort wird ihm unter Vorsitz der Göttin Athene der Prozess gemacht. Die Jury spricht ihn schließlich frei. Aber ist dieser in die Literaturgeschichte eingegangene Sieg der Rechtsprechung über das Prinzip der Blutrache auch ein Sieg der Gerechtigkeit? Die australische Regisseurin Adena Jacobs stellt das zumindest infrage. Sie bringt DIE ORESTIE in einer Fassung auf die Bühne, die sich auf die Verbrechen an Iphigenie und Klytaimnestra konzentriert. Was ist mit der Wut, die nach dem Mord an Tochter und Mutter bleibt? Mit dem Zorn, der sich durch Athenes Aufforderung „ihr sollt nicht zürnen, Frauen“ nicht besänftigen lässt? Adena Jacobs arbeitet in und an den vernachlässigten Zwischenräumen der Antike und kombiniert Schauspiel mit Tanz und Videoart zu einem feministischen Gesamtkunstwerk.
- Regie Adena Jacobs
- Bühne und Kostüm Eugyeene Teh
- Komposition und Sounddesign Max Lyandvert
- Videoart Mario Simon und Eugyeene Teh
- Choreografie Melanie Lane
- Lightdesign Jan Steinfatt
- Ton Joschka Tschirley und Oliver Bersin
- Dramaturgie Alexander Kerlin und Aaron Orzech
- Klytaimnestra Anja Laïs
- Elektra Sarah Sandeh
- Chor Julia Schubert
- Agamemnon Thomas Dannemann
- Kassandra Claude De Demo
- Orest Steffen Siegmund
- Erinnyen Evelyn Veronika Fortmeier, Matilda Behrends, Diana Alves de Oliveira, Marlene Gerber, Mara Eileen Grimm, Anouk Krämer, Katharina Lorber , Marret Schlette-Kissling, Lilly Zintl und Luise Maya Menges
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Ein Theater starker Stimmen, die einen faszinierenden Text zelebrieren. Ein Ensemble, das eine Geschichte erzählt. Schauspielerinnen und Schauspieler, die sich mit Haut und Haaren ihren Rollen widmen.
Bildgewaltig.
Unbedingt empfehlenswert ist dieser Abend [...], weil die Einzelauftritte so stark sind, weil er seine feministische Agenda als die Zumutung zeigt, die sie sein sollte. Vor allem aber, weil hier zehn Tänzerinnen vorführen, wie viel Kraft die gerechte Wut verleihen kann.
Das Ensemble: eine starke Truppe, die auf jeden Fall den Theaterbesuch lohnt.
Anja Laïs als Klytaimnestra und Sarah Sandeh als Elektra laufen zu eindringlicher Tragödinnenform auf.
Julia Schubert zeigt als „Chor“ eine große Wandlungsfähigkeit. Steffen Siegmund verleiht Orest (nicht zuletzt durch eine überraschende Körpersprache) trotz Furor und Wahn eine Verletzlichkeit.
Es ist ein machtvoller Tanz, mit Muskelspielen und herausfordernden Posen, [...], ein sinniger, empowernder Abschluss der Tragödie.
Und Anja Laїs als Klytaimnestra? So oft hat man sie schon in großen tragischen, dramatischen Rollen gesehen, dieser Stimme zugehört [...]. In dieser „Orestie“ ist sie ohne Frage eines der Argumente für den Kauf einer Eintrittskarte.