Mölln 92/22

Foto: David Baltzer
von Nuran David Calis
SCHAUSPIEL
Depot 2
Dauer:
1 Stunde 45 Minuten • Keine Pause
Uraufführung:
08. April 2022
Termine & Tickets
https://www.schauspiel.koeln Schauspiel Köln Schanzenstraße 6-20, 51063 Köln
So 09 Okt 20.00 - 21.45
https://www.schauspiel.koeln Schauspiel Köln Schanzenstraße 6-20, 51063 Köln
Mi 09 Nov 20.00 - 21.45
Vorverkaufsstart 05 Okt 2022
https://www.schauspiel.koeln Schauspiel Köln Schanzenstraße 6-20, 51063 Köln
Di 29 Nov 20.00 - 21.45
Vorverkaufsstart 05 Okt
Trailer
2022 werden dreißig Jahre vergangen sein, seitdem der Brandanschlag auf das Haus der Familie Arslan in Mölln verübt wurde. Die Rechtsextremen töteten drei Menschen: Die Großmutter Bahide Arslan, ihre zehnjährige Enkelin Yeliz Arslan und die vierzehnjährige Cousine Ayşe Yılmaz, die zu Besuch aus der Türkei war. Anfang der 1990er Jahre – in einer Zeit in der Eingewanderte noch »Gastarbeitern« und »Asylanten« genannt wurden – war der Anschlag in Mölln kein Einzelfall. Rechtsextreme wüteten öffentlich und unter Anfeuerung von Schaulustigen; in Hoyerswerda, Rostock oder Solingen. Das dokumentarische Stück MÖLLN 92/22 widmet sich mittels Gesprächen und Interviews der Geschichte der Familie Arslan und Yılmaz. Das längst vergangene bundesrepublikanische Deutschland wird aus der Perspektive der Eingewanderten und von Rassismus Betroffenen erzählt. Einer Perspektive, die in der deutschen aktiven Geschichtsschreibung bislang kaum vorkam. Die Inszenierung MÖLLN 92/22 öffnet den Raum für diese diskursive Auseinandersetzung mit künstlerischen Mitteln. Eine Linie zwischen dem damals und dem heute wird gezogen innerhalb derer deutlich wird, dass rechtsradikale Strukturen und Rassismus immer noch tödlich sind.

Nuran David Calis erarbeitete am Schauspiel Köln die Keupstraßen-Trilogie (DIE LÜCKE, GLAUBENSKÄMPFER und ISTANBUL) sowie HERERO_NAMA und VERHAFTUNG IN GRANADA. In seinen Inszenierungen bringt er oft Expert*innen und Schauspieler*innen zusammen.

Bühne: Anne Ehrlich
Kostüme: Patricia Ruszkiewicz
Video & Interviews: Karnik Gregorian
Licht: Jan Steinfatt
Making Of
Pressestimmen
»Ein dokumentarisches Stück, das kein kathartisches Wohlbefinden beim Publikum auslöst, sondern es mit unangenehmen, aber wichtigen Wahrheiten und Fragen nach Hause schickt.«
TAZ
»Die kunstvolle Kunstlosigkeit solcher Abende, mit denen sich das Kölner Schauspiel lautstartk in gesellschaftliche Kontroversen einmischt, hat immer ihren Umschlagspunkt am Ende: (…) 'Und was ist denn jetzt die Lösung?' Die Antwort: 'Den Wert der Frage, den Wert des Konfliktes anerkennen'.«
»MÖLLN 92/22 ist ein Abend voller Menschlichkeit und Wärme, aber ohne falsches Versöhnungskuscheln.«