17 Mai - 09 Juni +++

Schauspiel Köln
Forever

Die Abschiedswochen
11 erfolgreiche Jahre unter der Intendanz von Stefan Bachmann gehen zu Ende und das Schauspiel Köln feiert drei ganze Wochen lang Abschied. Kommen Sie nach Mülheim und lassen Sie uns ein letztes Mal für das vermutlich längste Abschiedsfest der Welt zusammen sein. Mit einem vielseitigen Programm in all unseren Spielstätten und der einen oder anderen Überraschung bedanken wir uns für 11 Jahre Neugierde, Treue, Anfahrtsbereitschaft und leidenschaftliche Theaterliebe!

Los geht’s mit einem Wochenende voller Premieren: EIN SOMMERNACHTSTRAUM, FACING DESTINY vom Jugendklub Polylux, die Abschluss-Präsentation der Next Generation! Ein buntes Programm lädt im CARLsGARTEN zum Verweilen ein: Von Premierenparty über Flohmarkt bis zu Begegnungen mit Ensemblemitgliedern in der Frida Bar bei CLOSE UP LIVE. Am darauffolgenden Wochenende feiern wir das BRITNEY X Festival auf dem ganzen Carlswerk-Gelände, während sich die Probebühne »Kupferzug« in ein Ballhaus aus dem frühen 20. Jahrhundert verwandelt hat: Wir lassen das Bühnenbild von Frank Castorfs AUS DEM BÜRGERLICHEN HELDENLEBEN wieder aufleben und zur Kulisse für Konzerte, Lesungen und Performances inkl. guter Drinks werden. Das ganze Programm bis zum 09. Juni finden Sie ab dem 03. April online! 11 Jahre gehen zu Ende, aber für 22 Tage heißt es noch einmal: Forever! Wir freuen uns auf jede der 33.000 Minuten im und am Depot mit Ihnen!
Lageplan

Programm rund um's Depot

von William Shakespeare
Am Athener Hof regiert die Macht auch über die Liebe: Drei Tage noch bis zur Hochzeit des Herrschers Theseus mit der Amazonenkönigin Hippolyta, die er im Kampf besiegt und erobert hat. Und Hermia, die Lysander liebt, soll Demetrius heiraten, wie es ihr Vater will. Beugt sie sich nicht seinem Willen, droht ihr das Gesetz mit Tod oder lebenslanger Einsamkeit. Das junge Liebespaar flieht des nachts in den Wald, verfolgt von Demetrius und Helena, die zwar ihn liebt, aber er nicht sie. Sie geraten in die magische Welt des Königspaars der Elfen – Titania und Oberon – die selbst einen Ehestreit ausfechten. Der gekränkte Oberon will sich mit Hilfe einer Droge und des Kobolds Puck an Titania rächen und gleichzeitig Ordnung in die Liebeswirren der jungen Paare bringen. Ein höllisch-grotesker Trip durch die Wildnis mit mehrfachem Partner*innen-Tausch beginnt, in dem auch ein, in einen Esel verwandelter, Handwerker eine Rolle spielt. Wer liebt am Ende wen? Wer hat die Macht über Triebe, Liebe und Natur? Und welche Rolle spielt der mythische Wald...?

Erzähl mir den Garten

Audio-Walk
Der Audio-Walk »Erzähl mir den Garten« lädt zu einer kleinen Reise durch die Geschichte(n) des CARLsGARTEN ein.

Filmnächte unterm Theaterhimmel

In Kooperation mit der Filmpalette Köln
Ob unterhaltsame Reise in die Welt des Theaterfundus oder Expedition in neue, utopische Lebensräume, das Openair Kino cineCARL lädt in den Abschiedswochen noch einmal zum ganz besonderen Blick über den theatralen Tellerrand ein. Inklusive Rahmenprogramm und Vorgesprächen mit Regie- und Produktionsteams.
31 Mai 2024 • 21.45 Uhr
»1001 NIGHTS APART«
20.00 Uhr Vorgespräch mit Regisseurin Sarvnaz Alambeigi
08 Juni 2024 • 21.30 Uhr
»Liebe, D-Mark und Tod«
20.30 Uhr Vorgespräch mit Produzent Mehmet Akif Büyükatalay

PARADISO URBANO

Ausstellung
Der CARLsGARTEN ist einer der wenigen Orte in Köln, die Natur und Kunst unmittelbar verbinden. Die Ausstellung »Paradiso Urbano« versucht, urbane Gartenstrukturen ästhetisch zu interpretieren und erzählt von der Entstehung eines Gartens mitten in Mülheim. Von und mit Alexander Jakimenko, Sarah Zoozman, Ralf Ahrens, Julia Belutti, Yuri Brodskiy, Diego Gardón und Yamato Hasumi.
Nach dem gleichnamigen Roman von Emine Sevgi Özdamar
Eine junge Schauspielerin verlässt während der Militärdiktatur der 1970er Jahre Istanbul. Sie geht nach Berlin, lernt an der Volksbühne den Regisseur Benno Besson kennen und folgt ihm nach Paris, wo sie mit ihm an seiner nächsten Inszenierung arbeitet. Die namenlose Protagonistin blickt dabei immer wieder zurück in die Vergangenheit, erzählt vom Bevölkerungsaustausch zwischen der Türkei und Griechenland nach dem Ersten Weltkrieg, von deportierten Jüdinnen und Juden aus Thessaloniki und von vertriebenen und ermordeten Menschen aus Armenien. Mit ihnen gemein hat die Erzählerin die unermessliche Sehnsucht der Menschen im Exil. Das Theater und die Menschen spenden ihr Trost, geben schöpferische Kraft und werden ihr ein neues Zuhause. Georg-Büchner-Preisträgerin Emine Sevgi Özdamar zeichnet mit ihrem lang erwarteten neuen Roman ein lebendiges, verflochtenes und poetisches Panorama des 21. Jahrhunderts. Die Uraufführung dieses Künstler*innen-Romans wird von Nuran David Calis inszeniert, der am Schauspiel Köln zuletzt EXIL, MÖLLN 92/22 und DIE LÜCKE 2.0 realisierte.

Close Up Live Edition

Mit Lola Klamroth
Ensemblemitglied Lola Klamroth zaubert ihr digitales Erfolgsformat CLOSE UP zum Ende der Spielzeit in die analoge Welt: Ein Gast + ein Gespräch + ein leckerer Cocktail = ein unberechenbarer Sommerabend. Lola Klamroth schnappt sich Kolleg*innen aus ihren letzten Berufsjahren und fängt einfach an zu plaudern. Ausgang? Ungewiss.

Kultur und Gartencocktails

Am 23. Mai ab 18.30 Uhr präsentiert der Schauspieler, Musiker und Performer Konrad Bohley die »Karaoke Multiphrenie Show« auf der Gartenbühne. Am 31. Mai geht es schon um 17 Uhr mit einer Gartenführung mitsamt Dankesritual los, ab 17.30 Uhr lesen Melanie Kretschmann und Hermann Müller auf der Gartenbühne Lieblingstexte aus der gemeinsamen Kölner Zeit, gefolgt von einem Konzert von Caléndula Boleros und anderen Sehnsüchten.

Hügel-Yoga

Unter dem Motto »Kölle kann e Jeföhl dat verbingk sein« bietet Hannah Taschen an drei Donnerstagen Yoga auf Mülheims Grünem Hügel im CARLsGarten an und das bei jedem Wetter. Yogamatten sind vorhanden.
THERE'S A LUST WE CAN'T CONTROL
Das BRITNEY X Festival am Schauspiel Köln zählt in der Stadt seit sieben Jahren zu den wichtigsten Plattformen für Performing Arts rund um die Themen Diversity, Feminismus, Queerness und Empowerment. Nachdem das Festival in den letzten beiden Jahren im linksrheinischen Stadtgarten beheimatet war, packen wir von dort die Koffer und Akteur*innen und zünden 2024 drei Tage voller Performances, Konzerten, Workshops, Talks und Partys im und um das Schauspiel Köln in Köln-Mülheim.
24 Mai 2024
25 Mai 2024
26 Mai 2024
+++ Mehr Infos +++
von Leonie Lorena Wyss
»Da ist es wieder. Das Muttertier. Da atmet es wieder – ffffffff – hhhhhhh – ffffffff – es klopft wie ein Fischschwanz der so – klopf klopf – als ob es zurück ins Wasser will.« Drei Geschwister kommen am Krankenbett ihrer Mutter zusammen und tauchen ein in die Erinnerung an ihre gemeinsame Kindheit: Dem Aufwachsen in einer dysfunktionalen Familie, bei einer alleinerziehenden Mutter, die den Erwartungen der Mutterrolle nicht gerecht werden kann. Zwischen Erdnussflips und Gummischlangen erschaffen sich die Kinder eine eigene, verspielte, unbeschwerte TITANIC-Parallelwelt, in die sie sich immer wieder flüchten können.
Leonie Lorena Wyss’ neuestes Stück ist ein melancholisch-poetischer Text über Kindheit, Bewältigungsstrategien und Zusammenhalt und nicht zuletzt das Thema Mutterschaft, erzählt durch den Blick der drei Geschwister. Ein vielstimmiges Sprachgeflecht, gewoben aus nüchterner Realität und kindlicher Fantasie, changierend zwischen Vergangenheit und Gegenwart.
28 Mai 2024 • 20.00 Uhr

All about us

Best Of Theaterklubs
»We started from the bottom now we‘re here!« Mit diesem Schlachtruf eröffnete das Import Export Kollektiv ihre jüngst vergangene Inszenierung im Depot 1 – und macht damit deutlich: Wir haben was zu erzählen. Wir sind viele. Wir sind gewachen. Aber vor allem: Wir haben Publikum! Wem gehört die Bühne? Uns! Im Rahmen der Abschiedswochen kreieren die Spielklubs, bestehend aus Bürger*innen unserer Stadtgesellschaft, ein Best-Of-Medley aus ihren vergangenen Produktionen. Neben dem IMPORT EXPORT KOLLEKTIV zünden die OLDSCHOOL, POLYLUX und die NEXT GENERATION ein Feuerwerk der Vielstimmigkeit in einer spektakulären Kulisse aus längst vergangenen Tagen.
29 Mai 2024 • 19.30 Uhr

Lose yourself to dance

Warm Up & Party
Wir entführen Sie auf die Tanzfläche des Ballhauses im Kupferzug und lassen Sie alles vergessen – außer heiße Disco-Beats, funky Grooves und Soulmoves. Gegen eingerostete Glieder helfen unser Warm-up und die Platten des DJ-Teams Steven Bascom, amateurfunken und Norberto di Nero. Tanzen bis zum Morgengrauen garantiert.
29 Mai 2024 • 22.00 Uhr

Der möblierte Mensch

Welche Kraft hat der Traum noch? Der Traum ist Quelle der Inspiration in der Kunst, Zugang zur Psyche und er birgt auch das Potential, unsere Realität zu verändern. Doch die Darstellung, die Erzählung unserer Träume verfällt oft in den Kitsch und höhlt sich selbst aus. Die Performance von Kristin Steffen und Lidia Polito geht auf die Suche nach Traumbildern und fragt mit Walter Benjamin, wo sie lediglich das Banale maskieren.

Video: Timo Vogt • Musik: Tom Dietrich • Bühnenbild: Aline Larroque • Kostüm: Clara Bohnen
30 Mai 2024 • 18.30 Uhr

Die Scham der roten Köpfe

Ich wär‘ so gerne schamlos. Wie werd‘ ich nur die Scham los?
Marilene Mostert und Lola Klamroth begegnen sich vor 5 Jahren am Schauspiel Köln - Lola Teil des Ensembles, Marilene Teil der Oldschool. Hermann Müller, legendärer Regiassistent, bringt sie für eine Lesung zusammen. Mittlerweile sind sie Freundinnen. Die beiden trennen 50 Jahre und verbindet die Scham: Lola treibt sie tagtäglich um, Marilene hat sie längst hinter sich gelassen, denkt zumindest Lola. Für sie geht es jetzt nach Wien, wird sie die Scham vorher noch los?
Woher kommt Scham, wohin geht sie und was macht sie eigentlich mit euch? Ein letzter schamloser Abend in Köln, oder zumindest der Versuch. Mit Texten von Lola Klamroth und anderen schlauen Menschen.
30 Mai 2024 • 20.30 Uhr
IM RAHMEN DES »IMPULSE THEATER FESTIVAL«
»Guten Abend, wir unterhalten euch aufs Beste!« Dieses Versprechen wird nicht enttäuscht. Sketche, Tanz und jede Menge Songs: Unter der skrupellosen Verwendung aller darstellerischen Mittel zerrt diese Show die Klassenverhältnisse der Gegenwart aus dem Dunkel ihrer ideologischen Verschleierung. Mit Indie-Ikone Christiane Rösinger, Star-Autorin Stefanie Sargnagel und vielen anderen.

Aber wer darf hier eigentlich mitmachen? Nach einem spielerischen Privilegien-Wettkampf bleiben sechs Expert*innen übrig: Menschen aus der Arbeiterklasse, die bis heute Geldsorgen als ständige Begleitung kennen. Die übriggebliebenen Bürgerkinder dürfen als Band für die musikalische Begleitung sorgen. Schon im ersten Song ist der thematische Rahmen gesteckt: »Reichen-Shaming, Erben-Blaming, Umverteilen, Widerstand« schmettert das Ensemble gutgelaunt von der Bühne. Also ran an die Boulette!

Das Märchen vom Aufstieg durch Leistung kommt hier als nebelgeschwängertes Mini-Drama daher, bei dem die Arbeiter*innen mit allerlei schwerem Gerät am Erklimmen der sozialen Leiter gehindert werden. Eine angebliche Erbscham-Therapeutin berichtet, wie kapitalismuskritische Erb*innen ihre Scham bekämpfen können. Die Revue findet viele Formen für ihr komplexes Thema. Und immer wieder berichtet das Ensemble in Reimen und Songs von einem reichen Leben mit wenig Geld. Aufstieg? Nein danke! Denn Umverteilung ist der einzige Weg. Ihr kluges Gerede über Klassismus können sich die Reichen sonst auch sparen.
29 Mai 2024 • 21.00 Uhr
(20.00 Uhr Eröffnung)
von Tobias Ginsburg
Weltweit erstarkt die extreme Rechte und faschistische Bewegungen gewinnen an Macht und Sichtbarkeit. Der Autor Tobias Ginsburg machte sich auf, rechte Netzwerke undercover zu infiltrieren. Was verbindet die unterschiedlichen Szenen? Wie werden Neuankömmlinge rekrutiert? Weshalb spielen Männlichkeitswahn, Antifeminismus und Queerfeindlichkeit eine so zentrale Rolle? Vorgefunden hat er das Narrativ einer Weltverschwörung, die Erzählung, dass der westliche Mann unterdrückt und vom Aussterben bedroht sei – eine finstere Gruselgeschichte, die wie ein Radikalisierungs-Beschleuniger wirkt.
31 Mai 2024 • 20.00 Uhr
DIE GRO E FOREVER SCHAUSPIEL KÖLN-ABSCHIEDSSHOW
In einer großen Abschiedsshow blicken wir mit Glamour, Spaß, Selbstironie und Amore auf die gemeinsame Zeit zurück. Ensemble, Mitarbeiter*innen sowie assoziierte Künstler*innen gehen zusam- men mit ehemaligen Weggefährt*innen die wichtigsten Stationen der letzten 11 Jahren ab. Wie spielte es sich anfangs in den Indus- triehallen? Welche künstlerischen Schwerpunkte waren prägend? Wann und wie wurde durch den stets verschobenen Umzug in die Stadtmitte aus dem Provisorium ein künstlerisches Zuhause? Wie sagen wir Bye-Bye Bachmann? Zwischen humorvollen Best of-Momenten, Aufbruchstimmung und Abschiednehmen geht es vor allem ums Danke sagen – an unser Publikum und an alle Menschen vor und hinter den Kulissen, die Theater im Depot möglich gemacht haben. Im Anschluss an die Show geht das Feiern mit Italo Disco Sounds von Franz Scala und Claudio Chinotto im CARLsGARTEN weiter.
01 Juni 2024 • 20.15 Uhr
anschl. Disko
Osvald Alving kehrt nach langer Abwesenheit in sein Elternhaus zurück, wo seine Mutter gemeinsam mit Pastor Manders plant, ein Waisenhaus zum Gedenken an ihren verstorbenen Mann zu eröffnen. Durch die Heimkehr des Sohnes hält die Erinnerung an den Toten gleich doppelt Einzug im Haus der Alvings; die Gespenster der Vergangenheit brechen sich Bahn und veranlassen Frau Alving, zehn Jahre nach der Beerdigung ihres Mannes, endlich ihr Schweigen zu brechen. Doch auch ihre Version der Familiengeschichte ist nur ein Teil der Wahrheit und kann nicht verhindern, dass das familiäre Lügengebäude am Ende buchstäblich in Flammen aufgeht.

Ibsens abgründiges Stück GESPENSTER heißt im Original »Wiedergänger« (aus dem Norwegischen »Gengangere«). Das Familiendrama erzählt von Ungesagtem und Unbewusstem, von Verdrängtem und ungewollt Vererbtem. Geschrieben 1881 sind die Figuren in Ibsens Stück lebendige Wiedergänger und Zeugnis davon, was heute als generationenübergreifendes Trauma bezeichnet wird. Regisseur Thomas Jonigk widmet sich nach seiner letzten Inszenierung WENN WIR EINANDER AUSREICHEND GEQUÄLT HABEN mit Ibsens Kammerspiel nun der Macht von Gespenstern, die Generationen und Jahrhunderte überdauern.
01 Juni 2024 • 18.00 Uhr
ZU GAST: SEDA BASAY-YILDIZ • MODERATION: THOMAS LAUE
Im Vorfeld von BİRLİKTE und der Europawahl, die das politische Gleichgewicht stark nach rechts kippen lassen könnte, laden wir Redner*innen ein, um die Bedeutung der Wahl einzuordnen. Im Juni ist die deutsche Rechtsanwältin Seda Başay-Yıldız zu Gast, die 2013– 2018 im NSU-Prozess die Familie von Enver Şimşek vertrat und für ihre Kritik am Rassismus in deutschen Sicherheitsbehörden 2019 mit dem Dachau-Preis für Zivilcourage ausgezeichnet wurde.
03 Juni 2024 • 19.30 Uhr
IM RAHMEN DES »IMPULSE THEATER FESTIVAL«
Im Mittelpunkt dieses Happenings steht ein Käfer. Wie Gregor Samsa in Kafkas gleichnamiger Erzählung wird er auch hier zum Ziel von Aggression und Gewalt. Oder auch nicht? Das Publikum entscheidet selbst, wie weit es gehen will.

Manuel Gerst versteht »Die Verwandlung« als eine Geschichte über Behinderung – über den Umgang mit dem deformierten Anderen. Anfangs hat die Familie Samsa noch Mitleid mit Gregor, der sich eines Morgens in der Gestalt eines riesigen Ungeziefers wiederfindet. Doch bald bestimmen Entfremdung, Gewalt und Gleichgültigkeit das Zusammenleben.

Werktreue ist von dieser Bühnenfassung nicht zu erwarten. Der Käfer steht im Zentrum einer Gruppendynamik, die bei jeder Aufführung eine andere Richtung einschlagen kann. Wer ohne Sünde ist, werfe den ersten Apfel.
04 Juni 2024 • 20.00 Uhr
anschl. Nachgespräch

DIE ZUSCHAUER

VON MARTIN HECKMANNS • REGIE: MORITZ SOSTMANN
Gemeinsam mit den Absolvent*innen des Studiengangs für zeitgenössische Puppenspielkunst der Hochschule für Schauspiel »Ernst Busch« Berlin lässt Regisseur Moritz Sostmann Geschichten und Begebenheiten lebendig werden, die Martin Heckmanns humorvoll aus dem Zuschauerraum eines Theaters zusammengetragen hat.
05 Juni 2024 • 18.00 & 21.00 Uhr

CIAO AMORE

LIEDERABEND MIT OANA SOLOMON UND JULIAN FRIEDRICH
Dalida sang in vielen Sprachen und wurde zum Weltstar. Über 150 Millionen Alben hat die aus einer italienischen Familie stammende und in Kairo geborene Sängerin verkauft und als weltweit erste Künstlerin eine Diamantene Schallplatte erhalten. Privat wurde ihr Leben allerdings von Tragödien überschattet. Musikalisch begleitet vom Pianisten Julian Friedrich nähert sich Oana Solomon dem Musikphänomen Dalida und ihrem Leben.
07 Juni 2024 • 20.00 Uhr

YOUNG CHOREOGRAPHERS

TANZ & FILM MIT DEM BALLET OF DIFFERENCE
Livia Gil, Sean Lammer, Margarida de Abreu Neto und Eoin Robinson entwickeln gemeinsam mit Mitgliedern des Ballet of Difference und interdisziplinären Kollaborateur*innen vier neue Choreografien. In ihrer Einzigartigkeit stehen alle Werke in Beziehung zueinander, weil sie die Werte verkörpern, auf denen die künstlerische Mission des Ballet of Difference beruht: Individualität, Unkonventionalität und der Mut Risiken einzugehen und neue Wege zu beschreiten!
Im Anschluss an die Vorstellungen von YOUNG CHOREOGRAPHERS sind die produktionsbegleitenden Filme DRAW A LINE, NEW OCEAN SEA CYCLE und BALLET OF (DIS)OBEDIENCE von Benedict Miro/Nightfrog GmbH zu sehen.
07 Juni 2024 • 19.00 Uhr
08 Juni 2024 • 19.00 Uhr
09 Juni 2024 • 19.00 UHR
+++ Mehr Infos +++

ZUSAMMEN ESSEN / BİRLİKTE YEMEK

DINNERPERFORMANCE VON UND MIT DEN SPIELKLUBS
Zusammenkommen, gemeinsam schmausen, Geschichten teilen, bekannten und neuen Gesichtern begegnen: Mit den Spieler*innen aus dem Import Export Kollektiv, Oldschool und Polylux nimmt das Publikum an einer langen Tafel Platz. Serviert wird neben Kulinarischem allerlei Anreiz zum Gespräch: Kleine Theatermonologe, Tischreden, performative Impulsfragen.
08 Juni 2024 • 15.00 Uhr

Solingen 1993

GASTSPIEL VOM STADT:KOLLEKTIV DES DÜSSELDORFER SCHAUSPIELHAUSES IN KOOPERATION MIT DER BUNDESZENTRALE FÜR POLITISCHE BILDUNG
1993 starben in Solingen bei einem Brandanschlag auf die Familie Genç fünf Frauen und Mädchen. Begeben Sie sich 2024 zu Fuß durch die Stadt und begegnen Performer*innen und Zeitzeug*innen, suchen Sie denkwürdige Orte auf und hören Sie dabei die Stimmen der Betroffenen. Wie erinnern wir? Wie kann gelebte Solidarität aussehen? Das Stadt:Kollektiv lädt im Rahmen von BİRLİKTE zu einer gegenwärtigen und immersiven Auseinandersetzung ein. Eine Reservierung ist erforderlich.
EIN STÜCK KEUPSTRASSE
2021 jährt sich der Nagelbomben-Anschlag, der die Keupstraße 2004 erschütterte, zum 17. Mal. Die Bomben verletzten 22 Menschen stark, mehrere lebensgefährlich. Im Anschluss wurde jahrelang ausschließlich im Anwohner*innenkreis ermittelt. Opfer und Angehörige des Anschlags wurden als potentielle Täter*innen stigmatisiert. Hinweise darauf, dass der Anschlag rassistisch motiviert sei, wurden von Seiten der polizeilichen Ermittler*innen zum Teil aktiv verschleiert. Der Regisseur Nuran David Calis erarbeitete 2014 gemeinsam mit drei Anwohner*innen und drei Ensemble-Schauspieler*innen das Stück DIE LÜCKE, um die Menschen, deren Leben der Anschlag zutiefst erschüttert und verändert hatte, zu Wort kommen zu lassen. Bei der Premiere der LÜCKE hatte der Gerichtsprozess gegen die Mitglieder des sog. Nationalsozialistischen Untergrundes in München gerade erst begonnen. Er sollte insgesamt fünf Jahre dauern und mit einem für die Angehörigen der Opfer niederschmetternden Urteil enden, denn viele Mitangeklagte kamen mit sehr geringen Strafen davon und waren teilweise gleich nach Prozessende wieder auf freiem Fuß. Auch bei dem im vergangenen Frühjahr veröffentlichten Schuldspruch beklagten die Anwält*innen der Mordopfer, dass das Gericht verpasst hätte, ihnen ein Gesicht zu geben.
In DIE LÜCKE 2.0, einer Bearbeitung der ursprünglichen Inszenierung, werden nach sieben Jahren die drei Betroffenen aus der Keupstraße erneut befragt. Wie nehmen sie das NSU-Gerichtsurteil und den Schuldspruch wahr? Wie ist der aktuelle Stand bezüglich des Mahnmals, dem sich immer noch in Planung befindenden Erinnerungs- und Lernortes in Keupstraßen-Nähe? Und wie lässt es sich in Deutschland nach den Anschlägen in Halle, Hanau, Chemnitz und Kassel leben?
08 Juni 2024 • 19.00 Uhr
GEDENKEN & KULTURFEST CARLSWERK-GELÄNDE & KEUPSTRAßE
Am 09. Juni 2024 lassen die Stadt Köln, das Schauspiel Köln sowie verschiedene Kölner Institutionen und Initiativen das Gedenk- und Kulturfest BİRLİKTE wiederaufleben. Anlässlich des zwanzigsten Jahrestages des rassistisch motivierten NSU-Nagelbombenanschlags in der Keupstraße steht das solidarische Gedenken an die und mit den Betroffenen im Mittelpunkt von BİRLİKTE. Der Blick zurück – im Kampf gegen das Vergessen – und der Blick nach vorn – für ein gemeinsames Handeln gegen rassistische Gewalt – sind bei BİRLİKTE untrennbar mit- einander verbunden.
Nach einem Auftakt am Vorabend steht Sonntag, der 09. Juni 2024, ganz im Zeichen der Begegnung und des gemeinsamen Erinnerns: Von Lesungen mit Autor*innen wie Çetin Gültekin und Kathrin Röggla bis zu großen musikalischen Acts auf mehreren Open Air-Bühnen, u. a. mit Musiker Eko Fresh. Von Führungen durch die Ömer ul Faruk Moschee bis zu Podiumsdiskussionen im Depot 1 & Depot 2. Vom interkulturellen Chor mit Mehmet Akbaş bis zum Programm von, mit und für Kinder und Jugendliche. Von Theater – DRAHTSEILAKT / CAMBAZ GÖSTERİSİ – bis zu Wortbeiträgen von Betroffenen und Aktivist*innen. Vom Begegnungsfrühstück bis zur Abschlussparty mit Allstyle Dance Battle im Club Volta.

Alle sind willkommen und das gesamte Programm am 09. Juni ist kostenfrei zu erleben. Denn Erinnern und Verän- dern geht nur: ZUSAMMEN (auf Türkisch: BİRLİKTE)! Das ausführliche Programm finden Sie ab dem 22. Mai auf www.birlikte.koeln.
+++ Mehr Infos +++
Vor gut 50 Jahren kommt es unter anderem bei Ford in Köln und bei Pierburg in Neuss zu »wilden« Streiks, initiiert von Migrant*innen. Sie lehnen sich auf gegen das rassistische, sexistische Lohnsystem und die ausbeuterischen Arbeitsbedingungen. Deniz Yılmaz ist Teil des Widerstands. Deniz ist Vorbild, Kollege, Verbündete, Freund*in, Mutter oder Großvater. Deniz ist eine fiktive Figur, entstanden aus den Erfahrungen und Erzählungen des Ensembles. Deniz ist jung und alt. Deniz kommt an und bricht auf. Deniz liebt und vermisst, ist aufmüpfig und angepasst, scheitert und gewinnt.
Ein intergeneratives Ensemble begibt sich mit dem Publikum auf die Suche nach dieser fiktiven Figur. Was hat sich seit den Streiks getan und wie sieht Protest heute aus? Bei einem performativen Spaziergang über das Carlswerk-Gelände erzählen sie von Erinnerungen und Widerstand, von dem Mut, sich aufzulehnen, von Solidarität und der Sehnsucht danach, anzukommen.