Johann Holtrop

Abriss der Gesellschaft
Foto: Tommy Hetzel
nach dem gleichnamigen Roman von Rainald Goetz
in einer Fassung von Stefan Bachmann & Lea Goebel
Koproduktion mit dem Düsseldorfer Schauspielhaus
Schauspiel
Depot 1
Dauer:
2 Stunden 10 Minuten • Keine Pause
Uraufführung:
25. Februar 2023
Trailer
Visionär, Karrierist, Bluffer, Menschenfänger, manischer Narzisst, ein machiavellistischer Macher, Stehaufmännchen, Glückskind des Kapitalismus, Entscheidungshysteriker, Rockstar: Johann Holtrop, 48, ist vieles. Vor allem aber ist er der Vorstandsvorsitzende von Assperg, einem Medienkonzern mit Sitz in Schönhausen und einer Tochterfirma Arrow PC im thüringischen Krölpa, 80 000 Mitarbeitende weltweit und einer Bilanzsumme von 15 Milliarden Euro. In der gegenseitigen Verachtung der Büroangestellten scheint die Toleranz des jeweils anderen der kleinste gemeinsame Nenner. Denn alle sind austauschbar. Holtrop lebt im Wahn der absoluten Gegenwart, sein Ego und Charisma walzen alles nieder, was sich ihm in den Weg stellt. Bis die steile Karriere, die Parallelen zum Fall Thomas Middelhoff aufweist, ins Wanken gerät und ihr jähes Ende nimmt.
In seinem 2012 erschienenen Roman erzählt Rainald Goetz in typisch hyperrealistischer Sprache vom Abriss der Gesellschaft, vom Aufstieg und Fall eines Managers, von politischen Umbrüchen der Nullerjahre und nicht zuletzt etwas über Führung und Machtdynamiken.

Im Jahr 2023 war Stefan Bachmanns Inszenierung JOHANN HOLTROP eingeladen zu den Autor*innentheatertagen an das Deutsche Theater Berlin. Außerdem freuen wir uns darüber, dass Stefan Bachmann für JOHANN HOLTROP für den diesjährigen Theaterpreis »Der Faust« in der Kategorie Inszenierung Schauspiel nominiert ist!
Bühne: Olaf Altmann
Choreografie & Körperarbeit: Sabina Perry
Komposition & Musikalische Leitung: Sven Kaiser
Dramaturgie: Lea Goebel

Ausgezeichnet mit dem Theaterpreis »Der Faust« 2023 • Eingeladen zu den Autor*innen­theatertagen 2023

Making Of
PRESSESTIMMEN
»(…) das überwältigende Ensemble findet eine Menge Feinheiten, Pointen, interessante Details. Da merkt man, dass hier zwei große Schauspielhäuser ihre Kräfte gebündelt haben. So ist der >Abriss der Gesellschaft< ein ästhetischer Genuss und wirkt angesichts der vielen aktuellen Krisen geradezu tröstlich.«
THEATER DER ZEIT
»Goetz hatte mit angesehen und mit angehört, wie sein Werk kongenial traktiert wurde, gemäß der Logik kapitalistischer Verwertung und Multiplikation. Die Romanprosa wird in wörtlicher Rezitation als Premiumprodukt zelebriert und gleichzeitig dem Primat des Rhythmus unterworfen. Das Resultat ist ungemein unterhaltsam, ein Schlag ins Kontor und Triumph des Sounds.«

FAZ
»Das achtköpfige Ensemble verkörpert mehr als 20 Figuren und bewältigt mit faszinierender Leichtigkeit ein Textgebirge nach dem anderen. Während Melanie Kretschmann allein Johann Holtrop spielt, schlüpfen alle anderen in verschiedene Rollen – und liefern reihenweise Kabinettstückchen ab.«

KÖLNISCHE RUNDSCHAU