Yazdgerds Tod

مرگ یزدگرد
Foto: Andreas Schlager
von Bahram Beyzaie
SCHAUSPIEL
Mit englischen Übertiteln
Depot 1
Dauer:
1 Stunde 20 Minuten • Keine Pause
Deutschsprachige Erstaufführung:
02. September 2023
Trailer
Termine & Tickets
https://www.schauspiel.koeln Schauspiel Köln Schanzenstraße 6-20, 51063 Köln
Di 05 Mär 19.30 - 20.50
Eine Leiche in einer Mühle und eine Müllersfamilie auf der Anklagebank. Der König ist tot, das Volk schockiert und ein packender Krimi nimmt seinen Lauf: Wer hat den König umgebracht? Wem ist zu trauen? Wer sagt die Wahrheit und wer lügt? Nach einem Sandsturm suchte jener Mann in der Mühle Unterschlupf, ohne sich zunächst als König zu erkennen zu geben, sagt der Müller. Er sei nicht vor fremden Angreifern geflohen, sondern vor seinem eigenen Volk und der Regierungsverantwortung, sagt die Müllersfrau. Der Mann habe sie angefleht, ihn umzubringen, sagt die Tochter. Oder war es doch ganz anders und im Mehlstaub liegt nicht der König, sondern der tote Müller? Aussage steht gegen Aussage: Die Familie redet sich um Kopf und Kragen, denn ihr Leben steht auf dem Spiel. Während das Verhör in der Mühle seinen Lauf nimmt, immer mehr Versionen der Wahrheit zutage treten, nur um gleich wieder revidiert zu werden, braut sich draußen der Umsturz zusammen, denn die Königsfeinde kommen näher.

Voller Twists und Spielfreude steckt dieses extrem spannende Theaterstück über Yazdgerd III., den letzten König des Sassanidenreiches. Sein Tod 651 n. Chr. markierte nicht nur den Übergang zur arabischen Eroberung des persischen Reiches, sondern auch das Ende einer langen Epoche der iranischen Geschichte. Mina Salehpour bringt das 1979 geschriebene Stück YAZDGERDS TOD (یزدگرد مرگ) des iranischen Autors Bahram Beyzaie – den oft bezeichneten »persischen Shakespeare« – über das Königsschicksal, Klassenunterschiede und starke, mündige Frauenfiguren erstmalig auf eine deutschsprachige Bühne. Damit schafft die deutsch-iranische Regisseurin einen packenden, poetischen Kommentar auf die aktuellen Proteste iranischer Frauen.
Bühne: Afsoon Pajoufar
Kostüme: Maria Anderski
Musik & Komposition: Sandro Tajouri
Licht: Jan Steinfatt
Dramaturgie: Lea Goebel
Making Of-Video
PRESSESTIMMEN
»Eine glühend orange, riesige Sonnenscheibe beherrscht die bombastische, bedeutungsschwangere Bühne von Afsoon Pajoufar (…).«
»Regisseurin Mina Salehpour lädt die klassische Krimi-Struktur mit reichlich Atmosphäre auf: Die Bühne (von Afsoon Pajoufar) wird dominiert von einer halbrunden Wand aus auf Lücke gesetzten Ziegeln, über deren Standfestigkeit ein Damoklesschwert zu schweben scheint. Licht (Jan Steinfatt) und Musik (komponiert von Sandro Tajouri, überwältigend live gesungen von Mark Bérubé) bezeugen gleichermaßen Klarheit und Geheimnisse. (...) Das Ensemble: Sieben starke, bewegende Leistungen.«
KÖLNISCHE RUNDSCHAU
»Nicht nur als politische Solidaritätsgeste, auch, weil es hier ein Meisterwerk zu entdecken gilt, spannend, spielerisch, erschütternd (…).«
KÖLNER STADTANZEIGER