KEIN
SCHLUSSSTRICH!

Das Schauspiel Köln ist im Herbst 2021 Teil der bundesweiten Initiative KEIN SCHLUSSSTRICH!, bei der sich Kultureinrichtungen aus 13 Städten zusammengeschlossen haben, um die Taten und Hintergründe des sogenannten NSU bundesweit künstlerisch zu thematisieren. Beteiligt sind Akteur*innen in den Städten, die unmittelbar vom NSU-Komplex betroffen waren und sind: die Städte, in denen zehn Bürger*innen – Enver Şimşek, Abdurrahim Özüdoğru, Süleyman Taşköprü, Habil Kılıç, Mehmet Turgut, İsmail Yaşar, Theodoros Boulgarides, Mehmet Kubaşik, Halit Yozgat und Michèle Kiesewetter – von Rassist*innen ermordet wurden. Auch jene Städte sind beteiligt, in denen die Täter*innen des NSU aufwuchsen, Aufenthalt oder Unterstützung fanden. Mit dem Vorhaben sollen die Perspektiven der Familien der Opfer und der migrantischen Communities in den Fokus der Öffentlichkeit gebracht und rassistische Strukturen in unserer Gesellschaft aufgedeckt werden. Am Schauspiel Köln fußt das Projekt auf vier Säulen.

OFFENER PROZESS

Ausstellung zum NSU Komplex
Die mehrsprachig konzipierte Wanderausstellung OFFENER PROZESS, kuratiert von Ayşe Güleç und Fritz Laszlo Weber des ASA-FF e.V. in Chemnitz, wird über den Gesamtprojektzeitraum von drei Wochen im Foyer des Schauspiel Köln zu sehen sein. Sie illustriert migrantisches Wissen zum NSU-Komplex durch künstlerische Arbeiten, die sich mit Rassismus in seinen verschiedenen Facetten auseinandersetzen und den Blick auf Praktiken des Widerstands richten. Mit dem Ansatz eines »lebendigen Erinnerns« rückt sie marginalisierte Perspektiven in den Mittelpunkt. Darüber hinaus wird in der Ausstellung strukturellen und institutionellen Rassismus ins Visier genommen.

Mit Werken von Želimir Žilnik, Harun Farocki, Thanh Nguyen Phuong, Sefa Defterli, Forensic Architecture, belit sağ, der Initiative 12. August und einer Arbeit zu Oury Jalloh.
21 OKT - 07 NOV
DO-SA AB 17.00 & SO AB 12.00

DER KUAFÖR
AUS DER KEUPSTRAßE

Ein Dokumentarfilm von Andreas Maus
Der Film erzählt die Geschichte des Nagelbombenanschlags vor einem türkischen Frisörsalon in der Kölner Keupstraße am 9. Juni 2004. Er konzentriert sich dabei auf die Folgen für die Opfer und ihre Angehörigen, gegen die als Hauptverdächtige jahrelang ermittelt wurde. Der Film rekonstruiert die Ermittlungen der Polizei anhand der Verhörprotokolle und es wird deutlich, dass als Täter für die Polizei vor allem die Opfer in Frage kamen. Ein ausländerfeindliches Motiv wurde weitestgehend ausgeblendet. Erst Jahre später wurde der Anschlag dem sogenannten Nationalsozialistischen Untergrund (NSU) zugeordnet. 2015 | 92 Min

Im Anschluss Gespräch mit Abdulla Özkan (Betroffener des Anschlages), Karmen Frankl (Künstlerin, Keupstraße ist überall), Andreas Maus (Regisseur) Moderation: Stawrula Panagiotaki (Dramaturgin, Schauspiel Köln)
21 OKT • 19.30 Uhr
KULTURBUNKER MÜLHEIM

Vermittlungs-
workshop

zur Ausstellung »Offener Prozess«
Leitung: Saliha Shagasi, David Vogel & Burak Şengüler
Unter dem Motto »Zuhören, Vertiefen, Aktiv werden« nähern wir uns der Ausstellung von »Offener Prozess« mit ausgewählten Exponaten zeitgenössischer Künstler*innen mit migrantisch situiertem Wissen. Wir hören den Künstler*innen, ihren Arbeiten und den Stimmen darin zu, vertiefen unser Wissen um den NSU-Komplex, unser Wissen um Macht- und rassistische Strukturen in Deutschland und diskutieren, wie wir aktiv sein können. Der 90-minütige Workshop soll bei der Orientierung in der Ausstellung helfen und Extra-Wissen zum NSU-Komplex auf spielerische Art und Weise vermitteln. Empfohlen für alle ab 12 Jahren.
24 OKT • 13.00 Uhr
24 OKT • 15.00 Uhr
in deutscher und türkischer Sprache
31 OKT • 13.00 Uhr
31 OKT • 15.00 Uhr
in deutscher und türkischer Sprache

Next Generation

Begegnungsstätte für Jugendliche
und junge Erwachsene
Leitung: Karmen Frankl & Saliha Shagasi
An diesem 3-stündigen Abend werden Akteur*innen der Keupstr. auf die nächste Generation treffen: Jugendliche und junge Erwachsene aus dem Import Export Kollektiv des Schauspiel Köln, aus der Migrantifa NRW und dem Jugendladen Keupstraße tauschen sich aus. Fragen, die wir uns an diesem Abend stellen wollen: Ist Trauma vererbbar? Wie können wir uns solidarisieren mit den Hinterbliebenen? Worin unterscheidet sich die Dringlichkeit für antirassistischen Aktivismus und der Solidarisierung mit Betroffenen von 2004 zu heute? Unterscheidet er sich überhaupt?
Empfohlen für alle ab 14 Jahren.
26 OKT • 18.00 - 21.00 Uhr • Café Paradies
in deutscher und türkischer Sprache

MANIFEST(O)

EIN POLYTOPISCHES ORATORIUM
Prozession über Keupstraße mit Ende im Carlsgarten
Mit MANIFEST(O) findet ein transmediales und partizipatives Oratorium des Komponisten Marc Sinan statt. Es wird deutschlandweit an sieben Schlüsselorten aufgeführt an denen der sog. NSU-Gewalttaten verübt hat. Unter Beteiligung internationaler Künstler*innen und lokaler Akteur*innen hat Marc Sinan das polytopische Oratorium MANİFEST(O) kreiert. Aus sieben Städten, darunter Köln, werden Teile des Abends digital nach Jena und Nürnberg übertragen und mischen sich präzise koordiniert in das dort live aufgeführte abendfüllende Oratorium, das eigens für KEIN SCHLUSSSTRICH komponiert wurde.

Der Kölner Teil des Projektes mit dem Titel DER CHOR DER VERGEBUNG / AFFETME KOROSU umfasst eine Prozession auf der Keupstraße mit Beteiligung folgender Chören: Mixdur, Chor Unerhört, Chor der Burg Disternich, Chor der TH Köln, Die Liederlinge und dem Türkischen Gesangsverein Leverkusen unter der Gesamtleitung von Niklas Genschel.
28 OKT • 19.00 Uhr
Keupstraße

Das Leben von Rom*nja und Sinti*zze in Deutschland heute

Gesprächsabend
Rassistische Übergriffe an Rom*nja und Sinti*zze sind in Deutschland an der Tagesordnung. Die von Betroffenen gemachten Erfahrungen bleiben im öffentlichen Diskurs jedoch meist unsichtbar. Auch umfassende Studien gab es bis 2021 zur Veröffentlichung des Berichts der »Unabhängigen Kommission Antiziganismus« erstellten und vom Bundesministerium des Inneren geförderten Untersuchung bislang nicht.
Die Themen, die verhandelt werden müssen sind vielfältig: es geht um historische rassistische Kontinuitäten, Polizeigewalt, Asylrecht, Rassismuserfahrungen im Alltag, bei der Arbeit in den Bereichen Wohnen, Bildung oder Zugang zum Gesundheitssystem. Einige dieser Themen werden auf diesem Podium durch die Perspektive von Betroffenen sichtbar gemacht. Es soll dabei der Raum Köln beleuchtet, aber auch der größere Gesamtblick auf Deutschland erfasst werden.


Mit: Fatima Hartmann (Aktivistin, Gründungsmitglied von Rom e.V. Köln), Gianni Jovanovic (Aktivist, Performer), Isidora Randjelović (Leiterin des feministischen Romnja* Archivs) / Moderation: Nadine Michollek (Journalistin)
29 OKT • 19.00 Uhr

Das Mahnmal auf der Keupstraße

Gesprächsabend
Gefördert vom Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten für Kultur und Medien
im Rahmen von NEUSTART KULTUR

Die Errichtung des Mahnmals auf dem Gelände Keupstraße/Schanzenstraße das die rassistisch motivierten Bombenanschläge durch den sog. NSU in der Probsteigasse (2001) und auf der Keupstraße (2004) gedenken soll, ist im Juni 2021 bewilligt worden. Während es in den weiteren deutschen Städten in denen das Nazi-Netzwerk Morde begangen hatte, bereits Erinnerungsorte gibt, steht ein solcher Ort in Köln bislang aus. Lange fand von Seiten der Stadt und der Investor*innengruppe keine Einigung und damit auch keine Zusicherung des Platzes statt. Dies obwohl mit dem Denkmalentwurf des Künstlers Ulf Aminde bereits seit 2015 ein bewilligter Plan vorlag und Initiativen und Einzelpersonen immer wieder auf die dringende Notwendigkeit der Errichtung dieses Mahnmals verwiesen. Die Diskussion soll den Fragen nachgehen, welche Funktion das Mahnmal im städtischen Diskurs einnehmen soll, wie eine nachhaltige Auseinandersetzung mit strukturellem Rassismus, rechtem Terror und Staatsgewalt durch den Gedenk- und Lernort gefördert wird und wie eine kontinuierliche augmented reality-Bespielung des Mahnmals durch die »next generation« aussehen kann? Einer Generation, für die struktureller Rassismus Teil der Lebensrealität ist und oftmals eine Fortschreibung der Rassismus-Erfahrungen der Eltern und Großeltern darstellt.


Mit: Ulf Aminde (Künstler, Professor), Kutlu Yurtseven (Mitbegründer der Initiative Keupstraße ist überall), N.N. Moderation: İdil Baydar (Schauspielerin, Kabarettistin)
30 OKT • 18.00 - 19.30 Uhr

»Der NSU
war nicht zu dritt!«
Rechte Netzwerke in Deutschland

Gesprächsabend
Todeslisten, Morddrohungen, Rechte Gruppen, die Munition und Leichensäcke horten, um am »Tag X« die Macht in Deutschland zu übernehmen. Es sind keine verwirrten Einzeltäter*innen, die hier agieren. Die Gruppen heißen: »NSU 2.0«, »Hannibal«, »Westkreuz« oder »Gruppe S.« und bestehen aus sich miteinander vernetzenden Täter*innen, die zum Teil mit Unterstützung der deutschen Sicherheitsbehörden, wie Polizei, Bundeswehr, Spezialeinheiten und Verfassungsschutz agieren. Wie können rechtsextreme Zusammenhänge erkannt und sichtbar gemacht werden? Wie lassen sich rechte Netzwerke innerhalb der deutschen Staatsorgane bekämpfen? Darüber diskutieren die Teilnehmer*innen dieses Gesprächs und erzählen von ihren Erfahrungen aus der Praxis.

Mit: Seda Başay-Yıldız (Rechtsanwältin, Nebenklägerin für Enver Şimşek) + Dirk Laabs (Autor und Journalist) und Nuran David Calis (Regisseur und Autor) Moderation: Ferda Ataman (Journalistin, Autorin und Mitbegründerin Neue deutsche Medienmacher*innen)
30 OKT • 19.45 - 20.30 Uhr

Microphone Mafia

Konzert
Gern gesehene Gäste und mittlerweile einer der ältesten aktiven Hiphop-Acts in Deutschland:
Mikrophone Mafia – immer politisch, immer gut!
30 OKT • 21.00 Uhr
Premiere

DIE LÜCKE 2.0

von Nuran David Calis
Bearbeitung der Inszenierung »Die Lücke« (2014)
2021 jährt sich der Nagelbomben-Anschlag, der die Keupstraße 2004 erschütterte zum 17. Mal. Die Bomben verletzten 22 Menschen stark, mehrere lebensgefährlich. Im Anschluss wurde jahrelang ausschließlich im Anwohner*innenkreis ermittelt. Opfer und Angehörige des Anschlages wurden als potentielle Täter*innen stigmatisiert. Hinweise darauf, dass der Anschlag rassistisch motiviert sei, wurden von Seiten der polizeilichen Ermittler*innen zum Teil aktiv verschleiert. Der Regisseur Nuran David Calis erarbeitete 2014 gemeinsam mit drei Anwohner*innen und drei Ensemble-Schauspieler*innen das Stück DIE LÜCKE, um die Menschen, deren Leben der Anschlag zutiefst erschüttert und verändert hatte, zu Wort kommen zu lassen. Bei der Premiere der LÜCKE hatte der Gerichtsprozess gegen die Mitglieder des sog. Nationalsozialistischen Untergrundes in München gerade erst begonnen. Er sollte insgesamt fünf Jahre dauern und mit einem für die Angehörigen der Opfer niederschmetternden Urteil enden, denn viele Mitangeklagte kamen mit sehr geringen Strafen davon und waren teilweise gleich nach Prozessende wieder auf freiem Fuß. Auch bei dem im vergangenen Frühjahr veröffentlichten Schuldspruch beklagten die Anwält*innen der Mordopfer, dass das Gericht verpasst hätte ihnen ein Gesicht zu geben.

In DIE LÜCKE 2.0, einer Bearbeitung der ursprünglichen Inszenierung, werden nach sieben Jahren die drei Betroffenen aus der Keupstraße erneut befragt. Wie nehmen sie das NSU-Gerichtsurteil und den Schuldspruch wahr? Wie ist der aktuelle Stand bezüglich des Mahnmals, dem sich immer noch in Planung befindenden Erinnerungs- und Lernortes in Keupstraßen-Nähe? Und wie lässt es sich in Deutschland nach den Anschlägen in Halle, Hanau, Chemnitz und Kassel leben?

Mit: Mit: Ismet Büyük, Ayfer Sentürk Demir, Stefko Hanushevsky, Kristin Steffen, Kutlu Yurtseven
Regie: Nuran David Calis, Bühne: Anne Ehrlich, Kostüme: Amelie von Bülow, Musik: Vivan Bhatti, Video: Sterntaler Film / Adrian Figueroa, Dramaturgie: Thomas Laue, Stawrula Panagiotaki
05 NOV • 20.00 Uhr
06 NOV • 20.00 Uhr

Nur Mut, nur Wut

Empowerment-Workshop für BIPoC
Leitung: Bassam Ghazi & Ella Steinmann
In diesem Workshop sind BIPoC (Black, Indigenous und People of Color) herzlich eingeladen, sich eine bewusste Auszeit von der Auseinandersetzung mit rechter und rassistischer Diskriminierung zu nehmen. Wir bieten einen safe space, in dem wir uns austauschen und empowernde Fähigkeiten mit einander teilen. Wir werden vielfältige Handlungsstrategien zur Selbststärkung ausprobieren. »Nicht Unterschiede lähmen uns, sondern Schweigen.« Dieser Satz von Audre Lord kann ermutigend wirken, das Schweigen zu durchbrechen, Ohnmacht abzuwerfen und ins Handeln zu kommen. In diesem Sinne bleiben wir wachsam und verbünden uns, um eigene Ressourcen zu stärken und Visionen miteinander zu teilen.
04 NOV • 17.00 - 20.00 Uhr
in deutscher und türkischer Sprache
Vortrag

Mark Terkessidis:
Der postimperiale Arbeitsmarkt

Saison- und »Gast«-Arbeit im Kontext des deutschen Imperialismus
Die Idee des Postkolonialismus ist nur von wenigen Pionierarbeiten auf die Arbeitsmigration nach Deutschland übertragen worden. Dabei liegt der Zusammenhang auf der Hand – angefangen bei den polnischen Saisonarbeiter*innen im Kaiserreich bis hin zu den Anwerbeverträgen der 1950er und 1960er Jahren mit Griechenland, Jugoslawien, Marokko oder Türkei Jahren gingen den Migrationsbewegungen fast immer koloniale oder imperiale Bestrebungen voraus. Allerdings haben die Expansionsbemühungen nicht immer auf direkte Landgewinne abgezielt, sondern Abhängigkeit durch »ökonomische Durchdringung« und »moralische Eroberung«. Ein durchaus kompliziertes Panorama, aber es lohnt sich, die Idee des Postkolonialen am Beispiel der Arbeitsmigration nach Deutschland zu entwickeln.
06 NOV • 16.00 - 16.45 Uhr
Gespräch

Rascism never stops?

Kontinuitäten rechter Gewalt in Deutschland
Hanau, Halle, Kassel, Chemnitz – an all diesen Orten haben jüngst rassistisch motivierte Morde stattgefunden. Im Zusammenhang von KEIN SCHLUSSSTRICH und der Auseinandersetzung mit den Taten des sog. NSU wird während dieser Veranstaltung über rassistische Kontinuitäten in Deutschland sowie das Verhältnis von institutionellem Rassismus und Rechtsextremismus gesprochen. Mit von Rassismus betroffenen Personen werden bekanntere und weniger bekannte Fälle der letzten 50 Jahre verhandelt, denn »in keinem anderen westeuropäischen Land ist die Zahl rechtsextremer Anschläge, Gewalttaten und Morde so hoch wie in Deutschland.« (Quent, Matthias 2020). Zugleich diskutieren die Panelteilnehmer*innen auch langjährige Widerstände und Möglichkeiten der Solidarität.

Mit: Vanessa Eileen Thompson (Soziologin mit Schwerpunkt Rassismus), N.N., + N.N. Moderation: Aurora Rodonò (Kulturwissenschaftlerin)
06 NOV • 17.00 - 18.30 Uhr
Kino

Der zweite Anschlag

Rassistische Gewalt in Deutschland.
Eine Anklage der Betroffenen
Ein Film von Mala Reinhardt
Mit erschreckender Kontinuität wiederholen sich seit Jahrzehnten rassistisch motivierte Ausschreitungen, Angriffe und Morde in der Bundesrepublik Deutschland.
DER ZWEITE ANSCHLAG dokumentiert die bisher kaum beachtete Perspektive der Betroffenen dieser Gewalt und stellt sie in den Mittelpunkt. In tiefgehenden Interviews entwickelt der Film ein präzises Bild der teils traumatischen Erlebnisse, welche die Protagonist*innen des Films durchlebt haben. Osman Taşköprü erzählt von dem Mord an seinem Bruder Süleyman, den der Nationalsozialistische Untergrund (NSU) 2001 in Hamburg beging. Ibrahim Arslan schildert seine Erinnerungen an den rassistischen Brandanschlag von Mölln 1992, den er selbst nur knapp überlebte und Mai Phương Kollath wohnte selbst in Rostock-Lichtenhagen, als dort unter dem Beifall hunderter Schaulustiger das Sonnenblumenhaus von Neonazis in Brand gesteckt wurde.
DER ZWEITE ANSCHLAG führt diese und weitere Geschichten von Betroffenen in einer vielschichtigen Erzählweise zusammen und eröffnet einen detaillierten Einblick in den Kampf migrantischer Communities gegen Rassismus in Deutschland.

07 NOV • 19.30 Uhr
Kulturbunker Mülheim