Der Literarische Salon

Eine Veranstaltungsreihe der Initiative Kölner Jazz Haus e.V. und des Literaturhaus Köln. Gefördert von dem Kulturamt der Stadt Köln und der Heinrich Böll Stiftung.In Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Klaus Bittner und dem Schauspiel Köln.Medienpartner: Kölner Stadtanzeiger, Stadtrevue.




Lesung & Gespräch
Stadtgarten
Seit 14 Jahren laden Guy Helminger und Navid Kermani Schriftsteller*innen, für die sie sich begeistern, in ihren Literarischen Salon in den Kölner Stadtgarten ein. Der Gast liest aus seinen eigenen Büchern, bringt aber auch Texte mit, die ihm oder ihr besonders wichtig sind. Nach der Pause präsentiert der Gast dann, was ihn oder sie sonst noch bewegt: Platten, Bilder, Videos oder was Schriftsteller*innen sonst alles verhandeln, wenn Lesungen eigentlich schon zu Ende sind.
29 SEP • Deniz Ohde
Eine eigene Sprache zu finden ist womöglich das Schwierigste für Schriftstellerinnen und Schriftsteller. Denn die finden sie in keinem anderen Buch, lernen sie an keiner Schreibschule, die eigene Sprache haben sie irgendwo in sich selbst oder haben sie nicht. Deshalb sind manche Romane heute so austauschbar, so unterschiedlich ihre Themen sind. Und deshalb ist das Debüt von Deniz Ohde vom ersten Satz an ein Ereignis. Ausgrenzung, Bildungsungerechtigkeit, Patriarchat, Migration, modernes Prekariat – so oft hat man schon davon gelesen, und dann liest man „Streulicht“, und es ist, als wär’s noch nie erzählt worden, so feinsinnig, so differenziert, bis in die hintersten Winkel der Erfahrung ausgeleuchtet, und wahrhaftig, wie es nur großer Literatur gelingt. Zu Recht hat die junge Frankfurterin, die heute in Leipzig lebt, im vergangenen Jahr praktisch alle Preise erhalten, die für ein Debüt überhaupt möglich sind, und stand mit „Streulicht“ auch auf der Short-List für den deutschen Buchpreis.
15 DEZ • Robert Menasse
Mit dem Roman „Die Hauptstadt“ gelang Robert Menasse, geboren 1954 in Wien, einer der größten literarischen Erfolge der letzten Jahre: 2017 mit dem Deutschen Buchpreis prämiert, von Kritikern bejubelt und über Monate auf der Bestsellerliste. Und ja, wir waren ebenfalls hingerissen vom anarchischen Witz und politischen Ernst dieses Brüsseler Spektakulums – und erst recht von den Charakterbildern, die viel zu verrückt sind, um ausgedacht zu sein. Denn eine Rechercheleistung in den Kammern und Kantinen der EU-Institutionen war „Die Hauptstadt“ außerdem. Danach zog Menasse sich aus der Öffentlichkeit zurück; nicht einmal seine polemischen, scharfzüngigen, leidenschaftlichen Widerworte gegen den Nationalismus waren mehr zu hören. Als wir nun erfuhren, dass im Herbst endlich ein neuer Roman erscheint, Arbeitstitel: „Die Erweiterung“, sprachen wir die Einladung ausnahmsweise ohne vorherige Lektüre aus – denn schlecht zu schreiben, das hat Robert Menasse noch nie hingekriegt.
Konzeption und Gastgeber: Guy Helminger, Navid Kermani
Koordination: Thomas Empl
Initiator: Jürgen Nordt
Es lesen: Schauspieler*innen des Schauspiel Köln
Die lässigste aller Kölner Literaturveranstaltungen.
FAZ